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wollten;  dazu  gehoͤrt  keine  Bibliothek,  sondern  nur  hinlaͤngliche
  Muße,  daß  man  uͤber  solchen  Ideen  recht  bruͤten  kann.
Am  Ende  mußte  also  nothwendig  der  Orden  den  Wissenschaften
  schädlich  werden,  und  unvermeidlich  war,
daß  nicht  im  Orden,  da  er  gründlichem  Studiren  in  seiner
Einrichtung  entgegen  war,  endlich  Fanatismus  und  Verderben
  aller  Art  einriß.

Es  zeigte  sich  dieß  auch  gleich  in  den  ersten  zwanzig
Jahren  nach  des  heiligen  Franz  seligem  Ende.  Der  heilige
Franz  hatte  vor  seinem  Ende  noch  ein  Testamem  gemachr,
„letzte  Stimme  des  sterbenden  Meisters  an  seine  Schüler,“  und
darin  befohlen,  sie  sollten  ihm  keine  Glossen  über  seine
Regel  machen.  Aus  der  Geschichte  der  vorigen  Orden  wußte
man,  wie  dadurch  der  Geist  der  Ordeneregel  geschwächt
wurde.  Also  nur  Erklärungen,  nicht  aber  Anmerkungen  sind
verboten,  schlossen  die  Franziskaner.  Sie  machten  daher
Anmerkungen,  gerade  dem  engegen,  was  der  heilige  Franz
intendirt  hatte,  und  Einige  fingen  sogar  an,  zu  zweifeln,  ob
der  letzte  Wille  auch  verbindlich  für  sie  sey,  der  Pabst  habe
den  letzten.  Willen  nicht  ordemtlich  koufirmirt.  Andere  sagten
dagegen:  Testament  des  heiligen  Franz  sey  Stimme  aus  dem
Himmel  herab,  und  das  sollte  man  wohl  merken:  der  heilige
Franz  habe  das  Testament  nach  der  Zeit  gemacht,  da  er
schon  Stigmata  Christi  an  sich  getragen.  Ein  anderer
Streit  im  Orden:  der  heilige  Franz  hatte  schlechterdings
alles  Geldnehmen  verboten,  nicht  einmal  im  Nothfall  statuirt.
Nun  trat  der  Fall  ein,  daß  man  etwas  nicht  mit  Handarbeit
verdienen  konme,  also  Geld  nothwendig  war.  Da  brauchte
man  den  Kunstgriff,  machte  es  wie  die  Soldaten  unter  den
Thoren  von  Berlin:  sie  ließen  das  Almosen  nur  in  den  Sand
werfen,  oder  verordneten,  das  Geld  einem  Dritten  zu  geben,
an  den,  wenn  sie  etwas  kaufen  wollten,  sie  das  Geld