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U.  Geschichte  des  Dominikaner-Ordens.

Der  Stister  des  Dominikaner=  oder  Prediger-Ordens
  war  Dominikus,  ein  ganz  anderer  Mann  als
der  heilige  Franz,  in  Charakter,  Sitten,  Talenten,  Kenntnissen.
  Er  war  ein  Castilianer  (geb.  4170),  von  einer  sehr
guten  Familie,  vielleicht  einer  der  alleredelsten  Familien,  der
Guzmann.  Er  brachte  seine  Jugend  ganz  anders  zu,  als
der  heilige  Franz,  war  ein  vortrefflicher  Kopf,  vortrefflich  ausgebildet,
  studirte  in  Palencia  vier  Jahre  lang  Philosophie  und
Theologie,  hatte  nicht  den  Hang  zum  Fanatismus,  den  der
beilige  Franz  hatte,  noch  weniger  die  Unwissenheit.  Auf
Universftäten  zwar  schon  etwas  ein  Sonderling,  aber  kein
Fanatiker.  Von  der  Universikät  hinweg  kommt  er  zum  Bischof
von  Oemo,  und  der  macht  ihn  gleich  zum  Canonikus  bei  seiner
  Kirche,  in  der  That  als  einen  vortrefflichen  Kopf.  Er
avancirt  bei  der  Kirche  bis  zum  Subprior,  ist  ganz  Günstling
des  Bischofs,  macht  mit  ihm  allerlei  Reisen.  Er  soll  z.  B.,
wie  der  Koͤnig  den  Bischof  nach  Dänemark  schickte,  um  da
eine  Heirathssache  zu  berichtigen,  in  seinem  Gefolge  gewesen
seyn;  auch  wie  er  nach  Rom  reiste.  Freilich  war  zwischen
seiner  Denkungsart  und  der  Denkungsart  des  Bischofs  viel
Harmonie.  Den  feinen  Strich  von  Schwärmerei,  den  er
hatte,  hatte  auch  der  Bischof.  Unter  mehreren  solchen  Reisen,
die  beide  mit  einander  machten,  war  auch  eine  nach  Languedoc,
  oder,  wie  es  damals  hieß,  Albigessum.  Die  Reise  ging
nach  Toulouse.  Da  war  um  diese  Zeit  im  Jahre  1206
Synode  in  Montpellier,  recht  wichtige,  interessante  Berathschlagung
  über  einen  Vorfall,  in  welchem  sich  weder  der  Pabst,
noch  die  Bischöfe  mehr  zu  helfen  wußten.  Languedoc  war
nämlich  durch  und  durch  von  Ketzereien  angesieckt.  Das  Volk
wollte  den  Pfasfen  nicht  mehr  pariren.  Der  Mobst  hatte