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daher  oft  sirenge  Edikte  an  die  Bischoͤfe  geschickt,  jeden  Keim
der  Jerthümer  zu  unterdrücken.  Es  half  nicht.  Auf  der  Synode
  selbst  war  der  päbsiliche  Legat  auf's  äußerste  verlegen,
was  er  thun  sollte.  Dominikus  machte  den  Vorschlag,  sie
wollten  ausgehen,  wie  die  Aposicl  ehedem  ausgegangen  seyen,  so
ausgehen,  wic  selbst  die  Lehrer  der  Ketzer  ausgehen,  einen
Stab  in  der  Hand,  als  vollkommene  Arme,  weil  doch  gewöhnlich
  locus  classicus  der  Ketzer  sey,  über  Reichthümer
der  Geistlichkeit  zu  spotten.  So  sey  Alles  hinlänglich  widerlegt,
  wenn  sie  sich  in  dieser  Gestalt  zeigten;  und  so  sey  es
möglich,  bis  unter  den  niedrigsten  Theil  der  Nation,  wo  der
erste  Keim  der  Ketzerei  sey,  zu  dringen.  Er  bringt  solchen
Enthusiasmus  unter  alle  versammelren  Väter,  daß  selbst  der
päbstliche  Legat  den  Wanderstab  ergreift,  als  bettelnder  Prediger
  herumgeht.  Der  Abt  von  Cisterz#)  machte  es  nach,
sonderte  sogar  noch  zwölf  Aebte  von  Cisterzienser-Klöstern  aus,
auch  auf  dieselbe  Art  herum  zu  gehen.  Aber  so  betriebsam,
eifrig  im  Religionsunterricht,  besonders  bemühr,  immer  Mehrere
  zu  gewinnen,  die  herumgehen  würden,  war  keiner,  als
der  heilige  Dominikus.

Noch  war  es  übrigens  kein  Orden;  wenn  Dominikus
auch  Neue  gewann,  die  sich  an  ihn  als.  Asseciès  anschlossen,
so  wurden  sie  nur  Canonici,  wie  Dominikus  es  war.  Es
hielt  doch  schwer,  bis  ein  Institut  von  der  Art  und  von  solchem
  Anfang  sich  ausbreitete,  selbst  nachdem  Dominikus
verschiedene  Kldster  dieser  Art  stiftete,  deren  Hauptabsicht  seyn
sollte,  das  Volk  zu  unterrichten,  von  seinen  Irrthümern  zur
reinen  katholischen  Lehre  zurückzuführen.  Leicht  begreiflich,
denn  alle,  die  an  diesen  aufkeimenden  Orden  sich  anschlossen,
mußten  eigentlich  Gelehrte  seyn,  nicht  als  ob  zum

»)  Daher  der  Name  Eisterzienser.