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der  Dominikaner-Orden  fuͤr  den  Franziskaner-Orden  Schutzpatron
  der  Ignoranz  wurde,  wie  Reuchlins  Streitigkeiten  am
besten  beweisen.  Daher  kam  es  auch,  daß  in  demselben  gar
keine  innere  Gährungen  entstanden,  wenigstens  nicht  solche,
wie  im  Franziskaner-Orden,  daß  jener  sich,  wie  dieser,  in
zwei  verschiedene  Orden  hätte  theilen  müssen,  was  dem  Ganzen
  mehr  Leben  gab.  Daher  kam  es  auch,  daß  sich  die  Dominikaner
  nicht  so  viel  Mühe  gaben,  Tertiarier  zu  gewinnen,
  gleichsam  eine  dritte  Klasse  von  Leuten  beim  Orden,  die
nicht  das  Ordenskleid  trugen,  aber  doch  die  Verpflichtung  auf
sich  hatten,  das  Beste  des  Ordens  auf  alle  mogliche  Weise  zu
befördern.  Es  trifft  bei  dem  Orden  ein,  was  bei  so  mauchem
Menschen  eintrifft:  kein  größeres  Unglück  für  ihn,  als  wenn
ihm  der  Weg  zu  Ebrensiellen  zu  gebahnt  ist,  es  ihm  zu
glücklich  geht.  «

Die  Franziskaner,  die  keine  solche  äußere  Stütze  hatten,
blieben  unruhig  oder  selbstthätig,  sowohl  in  ihren  innern,  als
äußern  Wirkungen,  bis  auf  die  Jeiten  der  Reformation  hin.
Noch  in  den  Zeiten  der  Reformation,  nachdem  der  Geist  des
Fanatismus  längst  unter  ihnen  hätte  verdunstet  seyn  sollen,
entsiand  ein  neues  großes  Schisma  unter  ihnen,  das  zuletzt
zur  Entstehung  einer  besondern  Klasse  im  Orden  Veranlassung
gab;  ich  meine  den  Orden  der  Kapuziner.

III.  Geschichte  des  Kapuziner-Ordens.

Die  Geschichte  der  Kapuziner,  der  Apostaten  der
Franziskaner,  ist  diese:  es  trat  in  den  Franziskaner-Orden
schon  als  ein  junger  Mensch,  bloß  aus  Antrieb  seines  Herzens,
  ein  gewisser  Matthäo  de  Bosso,  aus  Umbrien,
dem  untern  Theile  von  Italien,  herzlich  schwach  bis  zum