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eine  neue  Kaputze  sey  entstanden,  und  Einer  im  Orden,  mit
dem  aber  Matthaͤus  Bosso  sonst  in  keiner  Verbindung  war,
ein  gewisser  Ludwig  von  Vossombroni,  glaubte,  das  sey
ein  günstiges  Mittel,  wodurch  er  sich  im  Orden  emporarbeiten
  könne.  Ein  Kopf  ganz  andrer  Art,  unternehmend,  arglistig,
  gewaltthätig.  Er  war,  ehe  er  in  den  Orden  trat,  Soldat
  gewesen,  und  weil  es  ihm  nicht  hatte  gelingen  wollen,  emporzukommen,
  wurde  er  Franziskaner.  Allein  auch  hier  wollte
es  nicht  gehen.  Da  griff  er  es  auf  eine  andere  Art  an:  er
wendete  sich  bei  einem  Kapitel  an  den  Ordens-Provinzial,
in  Gegenwart  aller  Brüder,  damit  seine  Beredsamkeit  auf  die
ganze  Versammlung  Eindruck  machen  sollte;  und  der  Ordens-Modvinzial
  versprach  ihm,  seinen  Wunsch  nach  einer  Rückkehr
  zur  alten  Tracht  in  reife  Ueberlegung  zu  nehmen.  Er
wollte  ihn  in  die  Länge  ziehen;  Ludwig  aber,  wie  er  nicht
bald  Antwort  bekommt,  schreibt  an  den  Ordens-General  nach
Rom;  daun  an  den  Kardinal-Protector.  Endlich  entwischt
er  aus  dem  Kloster.  Nun  sah  die  Sache  ganz  anders  aus.
So  wenig  es  ein  Objekt  zum  großen  Streit  scheint:  run  de
oder  spitzige  Kaputze,  so  kann  doch  ein  Kopf
Alles  brauchen  besonders,  sobald  es  auf  Consociationen
  ankommt.  Er  sucht  den  Kameraden  auf,
wovon  er  gehört  hat,  daß  er  der  erste  Kaputzmann  sep,  und
wie  er  ihn  findet,  persuadirt  er  ihn,  mit  ihm  nach  der  Herzogin
  von  Camerino  zu  gehen.  Bosso  batte  nicht  hingehen
wollen,  weil  er  glaubte,  das  sey  ein  zu  menschliches  Hülfsmittel,
  das  man  nicht  brauchen  müsse.  Sie  gehen  indeß  hin.
Die  Herzogin  gibt  ihnen  ein  Empfehlungsschreiben  nach  Rom,
und  hier  erhalten  sie  Erlaubniß,  daß  sie  zwei  spitzige  Kaputzen
tragen  dürfen.  Das  war  ein  Schritt  weiter;  aber  für  das,
was  Vossombroni  wollte  —  Orden  —  und  er  an  der  Spitze
—  dadurch  noch  nichts  gewonnen.