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Versuch,  den  der  Franziskaner-General  bei  den  Koͤnigen  gemacht,
  gab  er  sich  zur  Ruhe.

Der  Orden  bekam  äußere  Stille,  aber  er  erfuhr,  was
baͤufig  solche  Gesellschaften  erfahren  haben,  daß  dadurch  innere
  Unruhe  anfängt,  und  zwar  gerade  durch  den  Mann,
der  bieber  die  einzige  Stütze  des  Ordens  gewesen  war,  dessen
Betriebsamkeit  allein  der  Orden  unter  allen  bisherigen  Franziskaner-Troublen
  seine  Erbaltung  zu  verdanken  hatte.  Eben
wegen  dieser  Franziskaner-Troublen  war  es  nämlich  nothwendig
  gewesen,  daß  im  Orden  eine  sirenge  monarchische  Regierung
  war,  fast  Despotismus.  Nun  aber,  da  äußere  Ruhe
herrschte,  wollte  man  die  Regierung  des  Ordens  auf  andern
Fuß  setzen.  Die  Kapuziner  wollten  sich  nicht  mehr  gefallen
lassen,  von  Vossombroni  so  despotisch  regiert  zu  werden,  als
bisher.  Man  sprach  vom  General-Kapitel,  Wahl  eines
neuen  Generals.  Vossombroni  hintertrieb  es  immer,  bis  endlich
  seine  Brüder  Zutritt  bei  einer  Dame,  Victoria  Colonna,
einer  Freundin  des  Pabsies,  sanden.  Es  wird  Kapitel  gehalten,
  und  wie  es  zusammen  kommt,  wird  Bernhardin  von
Assi  zum  neuen  General  gewählt.  Vossombroni  war  so
furios,  daß  er  nicht  in  die  Kirche  ging,  wie  der  General
präsentirt  wurde,  nicht  zu  Tische  ging,  wie  man  große  Tafel
hielt.  Er  versagt  ohne  allen  Vorwand  völlig  den  Gehorsam,
läuft  wie  ein  Nasender  im  Kloster  umher,  und  mißbraucht
die  Worte  Jesaiä:  ich  habe  Kinder  aufgezogen,  und  sie  sind
mir  ungeborsam  geworden.  Die  weitere  Applikation,  wie  er
auf  Ochsen  und  Esel  im  Affelt  kam,  kann  man  leicht  errathen.
  Wie  ein  Rasender  —  daß  er,  der  den  Orden  eigentlich
aus  nichts  hervorgebracht  hatte,  in  die  Reihe  der  Brüder
herabsinken  soll;  und  er  war  ein  Rasender,  den  nie  der
Akfsekt  unthätig  oder  falsch  thätig  machte,  ein
Mann,  der  unter  den  Kardinälen  große  Partei  hatte,  sich

Spittler's  sämmtliche  Werke.  X.  Bb.  8