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einmal  in  Neapel  eine  Ermahnung  hielt,  Arme  zu  unterstuͤ-tzen,
  sich  nach  der  Kirche  5000  Thaler  im  Klingelbeutel  fanden.
  Er  erprobte  sich  auch  so,  daß  er  vurch  zwei  General=Kapitel
  hindurch  kam.  Als  vortrefflicher  Prediger  machte  er
sich  bekannt,  weil  es  gangbare  Marerie  war,  über  Kontroverse
  zu  predigen.  Zugleich  war  er  ein  scharssinniger  Kopf,
und  dabei  gar  nicht  fühllos  gegen  die  Wahrheir.  Je  bekannter
  er  dadurch  mit  Vorstellungsarten  der  Lutheraner  und  Reformirten
  wurde,  desio  mehr  fing  seine  eigene  Ueberzeugung
an  zu  wanken;  sie  wankte,  ehe  er  es  selbst  wußte.  Er  predige
noch  in  Venedig  als  Fastenprediger,  als  es  schon  der  dasigen
Geistlichkeit  ahnte,  Ochimus  predige  Ketzerei.  Noch  wollte
es  aber  Niemand  wagen,  den  Mann  von  dem  ganz  befestigten
  Rufe  geradezu  der  Ketzerei  zu  beschuldigen.  Er  wird  nach
Rom  eingeladen,  predigt  da  vor  dem  Pabst,  und  siellt  in
einer  Predigt  die  ganze  Meinung  der  Lutheraner  und  Reformirten
  in  der  Lehre  von  der  Rechtferrigung  vor;  in  der  nächsten
  wollte  er  sie  widerlegen.  Diese  Widerlegung  blieb  er  aber
schuldig.  Er  flüchtet  von  Rom  nach  Venedig  zu.

Der  Kapuziner-Gencral,  ein  in  Italien  allgemein  beliebter
Mann  —  öffentlich  übergetreten  zu  den  schlimmsten  der  Ketzer.
Der  Pabst  war  darüber  so  erbittert,  daß  schon  beschlossen
war,  der  ganze  Orden  sollte  aufgehoben  werden,
und  die  Römer  präludirken  schon  darauf;  man  ließ  die  Kapuziner
  in  ihren  Klösiern  beinahe  Hungers  sterben.  Es  wird
Consistorium  der  Kardinäle  gehalten,  eine  Deputation  niedergesetzt,
  sast  mehr  um  über  die  Art,  wie  der  Orden  aufgehoben
  werden  sollte,  zu  deliberiren,  als  daß  er  aufgehoben
  werden  solle.  Da  wendet  ein  einziger  Kardinal  dem  Pabst
den  Kopf  mit  einer  einzigen  Rede:  es  sey  zu  viel  Ehre  für
den  Ketzer  Ochimus,  um  seinetwillen  einen  ganzen  Orden
aufzuheben.  Der  Pabst  beschließt  in  der  Stille,  die  Kapuziner

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