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zu  begnadigen.  Feierlich  wird  ein  Tag  in  Rom  angesetzt,
  wo  die  Sentenz  des  Pabstes  publicirt  wird.  Saͤmmtliche
  Superioren  der  Kapuziner  werden  vor  den  Pabst  geladen.
  Sie  erscheinen  zitternd  und  bebend,  ihr  Todesurtheil
anzuhoͤren,  und  unter  dem  päbsilichen  Palast  versammelt  sich
ein  ganzer  Schwarm  von  Franziskanern,  und  jeder  hat  eine
runde  Kaputze,  um  ihnen  nach  ihrer  Aufhebung  die  spitzige
abzunehmen  und  die  runde  umzubinden.  Die  erste  Sentenz
des  Pabstes  war  wirklich  so,  daß  das  Ende  Tod  zu  werden
schien;  aber  aus  väterlicher  Milde  ward  ihnen  nachher  Verzeihung
  angekündigt;  nur  auf  zwei  Jahre  sollte  ihnen  das
Predigen  untersagt  seyn;  und  die  Patres  Franciscani,  wie
jene  herabkamen  und  fie  ihre  spitzige  Kapulze  unangetasiet
lassen  sollten,  schlichen  sich  still  fort.  Aber  der  Stoß,  den
der  Orden  durch  den  Abfall  von  Ochimus  erhalten  hatte,
war  in  seinen  Wirkungen  so  fortdauernd,  daß
er  zu  dem  Gedeihen  nicht  kommen  konute,  das
ihm  sein  ausschweisender  Fanatismus  versprach.


Der  Kapuziner-Orden  war  der  letzte,  und  der  Jesuiten=Orden
  der  allerletzte  Trieb  des  allgemeinen  religidsen  Consociationsgeistes,
  der  seit  dem  zwölften  Jahrhundert  fortgedauert
  hatte.  Schon  im  15ten  Jahrhundert  ist  kein  beträchtlicher
  Orden  mehr,  der  auch  nur  zu  einiger  Autorität  gelangt
wäre,  so  daß  endlich  der  Ordenstrieb  und  das  Ordenswesen
nach  dem  fünfzehnten  Jahrhundert  allmählich  aufhoͤrte.

Geschichte  des  Jesuiten-Ordens.
A.  Grundsätze  beim  Vortrage  der  Geschichte  desselben.
1)  Wir  werven  keine  Thatsache  anführen,  die  nicht  auf's
streugste  bewiesen  werden  kann,  und  die  nicht,  wo