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Im  Gauzen  ist  dieß  freilich  bei  den  meisten  religioͤsen  Orden
Grundsatz;  aber  man  kann  doch  gewiß  keinem  Orden
so  mit  Grund  den  Vorwurf  machen,  daß  er  gleich  von  seiner
  ersten  Zeit  an  feierlich  diesen  Grundsatz  aufgestellt  habe.
Er  ist  bei  andern  praktisch;  bei  ihnen  war  er
selbst  theoretisch.  In  ihren  Casuisten  kommt  er  oft  vor,
und  sie  haben  ihn  in  ein  ordentliches  System  ausgesponnen.
Das  Wohl  der  ganzen  Kirche  gründete  sich  auf  die  Blüthe
des  Jesuiten-Ordens.  Wenn  also  ein  Fall  vorkommt,  wo
für  den  Orden  eine  Bosheit  im  Einzelnen  zu  thun  ist,  so
gilt  es  doch  bei  der  Sache  dem  Wohl  der  ganzen  Kirche.
Daher  erklärt  sich's,  warum  es  Grundsatz  war,  im  Beichtstuhi
  gelinde  zu  seyn,  um  dadurch  einen  großen  Schwarm
an  sich  zu  ziehen.  Wenn  oft  auch  unbarmherzig  sireng  gegen
die  Geringeren,  doch  gelinde  gegen  die  Großen,  weil  gelinde
Beichtväter  Lieblings-Beichtväter  der  Könige  sind.

4)  Der  heilige  Ignaz  machte  zum  Gesetz:  es  sollte
durchaus  kein  Jesuit  ein  Visthum  annehmen.
War'é  Demuth,  Verleugnung,  oder  hatte  er  vielleicht  die
politische  Absicht,  dadurch  die  Eifersucht  anderer  Orden  zu
mindern?  Zum  Theil  war  es  wirklich  das  Letztere.  Wäre
ein  Fesuit  Erzbischof  von  Mainz  geworden,  wie  es  Franziskaner
  geworden  sind,  so  würde  der  natürlich  nicht  mehr  so
ganz  einzig  unter  dem  Ordensgeneral  gestanden  haben,  als
vorber.  Er  bätte  seine  Verpflichtung  und  Recht  als  deutscher
Reichsfürst  gehabt.  Das  wollte  Loyola  verhüten.  Es  würde
früher  Keim  des  Verderbens  für  seinen  Orden  geworden  seyn,
wenn  nicht  strengste  Monarchie  in  demselben  gewesen  wäre;
um  nun  zu  verhindern,  daß  sie  nicht  ganz  seine  Soldaten
seyn  könnten,  in  fremde  Verhältnisse  verflochten  würden,  gab
er  das  Verbor.  Es  war  anfangs  so  sireng,  daß  er  selbst
verbot,  kein  Mitglied  seines  Ordens  solle  die  Kardinals-