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merkwürdig  verschieden  ist  doch  die  Ausbreitung  desselben
in  den  verschiedenen  europäischen  Reichen  gewesen.
Nirgends,  waren  die  Jesuiten  gläcklicher,  als  am  äußersten
Ende  von  Europa,  im  Kdnigreich  Portugal.  ODurch  ihre
verstellte  Erdmmigkeit  empsehlen  sie  sich  anfangs  bei  den  Koͤ-nigen.
  Ehe  sie  noch  zwölf  Jahre  hier  waren,  waren  sie  schon
so  glücklich,  daß  ein  Prinz  auf  den  Thron  kam,  der,  kaum
ein  paar  Jahre  alt,  ganz  ihr  Schüler  war,  von  ihnen  unterrichtet,
  vllig  erzogen  wurde,  und  recht  vollkommene  Rcceptivität
  hatte,  um  so  gebildet  zu  werden,  wie  die  Jesuiten
ihre  Könige  gern  gebildet  haben.  Der  unmündige  Sebastian
  kam  zur  Regierung  (1570),  ein  feuriger  Kopf,
bei  dem  aber  mehr  Wärme  als  Licht  war;  der,  wenn  er  einmal
  auf  einen  Punkt  gefallen  war,  diesen  mit  unerschütterlicher
Kraft  fesihielt,  bei  dem  Alles  nur  darauf  ankam,  ihm  seine
erste  Richtung  zu  geben.  Diesem  geben  sie  ganz  die  Richtung
des  ausschweifendsten  Fanatikers.  Ein  guter,  glücklicher
Kreuzritter  würde  er  gewesen  seyn,  aber  kein  König  in
Portugal,  der  auf  die  vorhergehenden  großen  Könige  paßte.
Sie  setzten  ihm  die  tolle  Idce  in  den  Kopf,  Krieg  gegen  die
Ungläubigen  in  Afrika  zu  führen,  und  die  Idee  eines  selbstgewählten
  heiligen  Coͤlibats,  so  lange  sie  es  nothwendig  fanden;
  eine  Idee,  desio  schändücher,  weil  auf  ihm  der  ganze
Königsstamm  beruhte.  Der  junge  tolle  oder  cigentlich  von
ihnen  toll  gemachte  König  ging  mit  einer  Armee  nach  Afrika,
und  blieb  da,  während  unterdeß  ein  Kardinal  König  wurde,
bis  nach  einiger  Zeit,  begünstigt  von  den  Jesuiten,  Portugal
an  Spanien  fiel.  Sie  handelten  in  Portugal  recht,  wie  wenn
es  ihr  Eigenthum  wäre.  Da  sie  dem  König  in  Spanien
Portugal  ausgeliefert  hatten,  und  sahen,  daß  das  Collidiren
mit  ihren  Brüdern  in  Madrid  nicht  gehen  wollte,  daß  die
große  Macht  des  Dominikaner-Ordens  ihrem  Orden  schädlich