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sep,  spielten  sie  die  Historie  mit  dem  falschen  Sebastian,
producirten  endlich  einen  solchen  mit  so  vielem  Glück,  daß
man  bis  auf  die  neuesten  Zeiten  ungewig  war,  ob  er  der
rechte  gewesen  scy.

Im  Jahr  1640  wurde  Portugal  wieder  ein  unabhängiges
  Reich.  Das  Haus  Bragangza  bestieg  den  Thron.
Auch  da  rissen  sie  unter  dem  ersten  Könige  Johann  IV.
alle  Beichtvaterstellen  bei  Hofe,  und  was  noch  wichtiger  war,
die  Iustruktorsstellen  der  Prinzen  an  sich.  Es  schien  ein
glücklicher  Zeitpunkt  zu  kommen,  da  ein  Prinz  Alphons
auf  den  Thron  sleigen  sollte,  der  die  Jesuiten  nicht  aussiehen
konnte;  aber  hier  trieben  sie  das  Spiel  so  schändlich  hoch,  daß
man  in  den  letzten  zwei  Jahrhunderten  kein  Beispiel  einer  solchen
  Mißhandlung  eines  Königs  hat.  Er  war  nicht  ganz
majorenn.  Sie  steckten  sich  hinrer  die  Mutter,  daß  sie  ihn
mißhandelte,  ihm  jede  Vergehung  in  Gegenwyrt  aller  weltlichen
  Großen  vorhalten  ließ.  Wie  die  Rolle  nicht  mehr  durch
die  Mutter  gespielt  werden  konnte,  spielten  sie  sie  durch  die
Gemahlin,  eine  französische  Prinzessin,  die  er  sich  unglücklicherweise
  gewählt  hatte.  Es  ging  so  weit,  daß  sie  die  Königin
  dahin  brachten,  daß  sie  am  hellen  Mittage  erklärte,  sie
müsse  ihren  Gemahl  verlassen,  er  sey  impotent,  sich  in  das
Kloster  flüchtete,  den  Bruder  des  Königs  heirathete,  mit  ihm
Bett  und  Krone  theilte,  während  er  sich  für  einen  Un-Mann
und  Sinnlosen  erklären  lassen  muß.  Der  Prinz,  der  nun  den
Thron  bestieg,  Don  Pedro,  war  ein  vollkommen  blindes
Werkzeug  der  Jesuiten.  So  ging  es  auch  unter  I  ohann  V.,
nur  daß  in  den  letzteren  Jahren  desselben  ein  Pater  Franziskaner
  fast  zu  mächtig  für  sie  wurde.  Doch  wußten  sie  auch
den  zu  gewinnen,  daß  bis  auf  den  König  Joseph  keine
wichtige  Charge  in  Portugal  anders  als  durch  Jesuiten  vergeben
  wurde.  Selbst  Pombal  hat  noch  in  Portugal  durch