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k.  Todesgeschichte  des  Jesuiten-Ordens.

Wenn  man  die  ganze  Todesgeschichte  des  Ordens
erzählen  soll,  so  muß  man  bis  in  die  Mitte  des  vorigen
(des  siebenzehnten)  Jahrhunderts  zurückgehen.  Dort  entspann
sich  der  ersie  Keim  seines  Todes.  So  kangsam  starb  der
Wurm.  -

Ein  niederlaͤndischer  Bischof,  Cornelius  Jansen,
schrieb  ein  Buch  über  die  Lehre  von  der  Gnade,  woran  er
vierzig  Jahre  gearbeirer,  wozu  er  die  dreizehn  Folianten  Augustins
  durchgelesen  und  ercerpirt  hat.  Er  wollte  ausmachen,
was  Augustin  in  der  Lehre  gedacht  habe.  Man  hätte  dem
Manne  seine  Freude  lassen  können,  es  wurde  ein  dicker,  unlesbarer
  Foliant;  aber  die  Jesuiten  argwohnten,  und  nicht
ganz  ohne  Grund,  daß  er  in  dieser  Lehre  bei  Augustin  das
Gegentheil  von  dem  gefunden  haben  werde,  was  sie  von
der  Gnade  lehrten;  sie  suchten  also  gleich  anfangs  das  Buch
zu  unterdrücken,  noch  ehe  es  erschien.  Endlich  kam  es  doch
recht  mühsam  geboren  an  das  Licht,  und  anstatt  dasselbe  den
Weg  alles  Fleisches  gehen  zu  lassen,  machen  sie  durch  Polemik
  auf  dasselbe  aufmerksam,  sind  ihres  Sieges  sicher,  es
werde  ihnen  gewiß  gelingen,  das  Buch  zu  unterdrücken,  unkundig
  des  ersten  polemischen  Gesetzes,  nicht
Aufmerksamkeit  zu  erregen.  Es  gelingt  ihnen,  daß
der  Pabst  aus  dem  Folianten  fünf  Saͤtze  zieht,  die  ketzerisch
seyn  sollen.

Haͤtten  die  Jesuiten  den  seligen  Jansenius  schlafen  lassen,
so  wuͤrde  nicht  eine  Partei  aufgestanden  seyn,  die  ihn  zu  vertheidigen
  suchte;  aber  bloß  das  Bewußtseyn,  was  fuͤr  eine
Reihe  der  schaͤndlichsten  Kabalen  in  Rom  gesiegt  hatten,  erweckte
  in  Frankreich  ein  ganzes  Publikum,  das  fuͤr  Jansenius