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tigkeit  gewöhnt,  wenn  es  ihm  neunmal  gelungen
  ist,  und  er  der  Anlage  nach  der  feinste  Kopf
war,  das  zehnte  Mal  plump  gewaltthätig  wird.

Der  dritte  Feind,  den  die  Jesuiten  toͤdten  wollten,
war  ein  neuerer  Philosoph;  aber  daß  bier  nicht  dritter  Akt
der  Tragbdie  gespielt  werden  konnte,  daran  waren  verschiedene
  historische  Umstände  unseres  Zeitalters  schuld,
welche  den  Zerfall  des  Ordens  unvermeidlich  beförderten,  wenn
auch  kein  Ganganelli  gekommen  wäre.

4)  Seit  dem  Anfange  dieses  Jahrhunderts  hoͤrt  Italien
  auf,  Mittelpunkt  der  europäischen  Politik
und  Aufklärung  zu  seyn.  ODer  Italiener,  bis  zu  Anfang
  dieses  Jahrhunderts  der  feinste  Kopf  unter  allen  Europäern,
  blieb  ploͤtzlich  stehen;  der  Jesuiten-General  aber  war
ein  Italiener,  und  das  Direktorium  des  Ordens  ging  nach
italienischen.  Grundsätzen;  und  sowohl  das  Direktorium  als
die  Italiener  überhaupt  vergaßen,  daß  Europens  männliche
  Jahre  angebrochen  wären.  Hitte  der  Orden
sich  halten  wollen,  so  hätte  seine  Hauptdirektion,  wie  wir  jetzt
errathen  können,  in  die  österreichischen  Staaten  verlegt  werden
  müssen.  Er  hatte  die  Polirik  des  Landes,  wo  er  sich  aufhielt,
  also  italienische  Politik,  die  in  diesem  Jahrhundert  verblüht
  ist.  Das  hatte  unendlichen  Einfluß  auf  die  Jesuiten.
Man  kann  fast  aus  jeder  Quelle  zeigen,  daß  sie  in  Rom  den
Deutschen  nicht  kennen;  daß  z.  B.  in  Nom  zu  Joseph  I.
Zeiten  die  Verfassung  der  österreichischen  Staaten  nicht  gekannt
war,  sieht  man  daraus,  daß  der  Pabst  es  wagen  konnte,  dem
Kaiser  mit  der  Absetzung  zu  drohen.  ç  »

2)  Seit  dem  spanischen  Successiens-Kriege  war  das
Handels-Juteresse  von  Europa  mächtig  aufgeklärt
  worden.  Es  rechnete  sich  kein  Kdnig  mehr  zur
Schande,  Kaufmann  zu  seyn.  Schon  Colbert  harte  seinen