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dem  vorhergehenden  Leben  des  Mannes  so  wenig  weiß.  Kaum
war  er  Kardinal  geworden,  so  war  er  bei  allen  Congregationen
immer  gegen  die  Jesuiten.  Er  wollte  sich  Sixtus  VI.  nennen  ;
ein  zweiter  Praͤliminarpunkt  zu  ihrem  Tode.  Doch  nahm  er,
um  nicht  direkt  sich  zu  erklaͤren,  auf  Ueberredung  der  franzoͤsischen
  Kardinaͤle  den  Namen  Clemens  XIV.  an.

Von  1770  an  sind  die  letzten  Vegebenheiten  der  Jesuiten
vollends  mit  undurchdringlicher  Nacht  bedeckt.  So  lange
Clemens  XIII.  lebte,  kann  man  die  Absichten  des  Pabstes,
  hinsichtlich  der  Jesuiten,  aus  den  portugiesischen  und
spanischen  Nachrichten  einigermaßen  errathen;  sobald  aber
Clemens  XIV.  den  Stuhl  bestieg,  nahm  er  keinen  Staats-Sekretaͤr
  an,  verhandelte  Alles  für  sich,  korrespondirte  allein
mit  Pombal,  Aranda  und  noch  eine  kurze  Zeit  mit
Choiseul.  Indeß,  Choiseul  fiel  und  mit  ihm  der  Hauptgegner
  der  Jesuiren.  Auch  Aranda  fiel  bald,  so  daß  noch  von
dem  ganzen  Triumvirat  gegen  die  Jesuiten  allein  Pombal
stand.  Ob  es  nun  vielleicht  unerwarteter,  geheimer  Drang
von  Maria  Theresia  war,  die  sich  nun  auch  den  bourbonischen
  Mächten  anschloß,  und  zwar  von  der  Zeit  an  entschieden
  gegen  die  Jesuiten  war,  da  man  ihr  deutlich  gesagt
hatte,  daß  Jünglinge,  in  den  Collegien  der  Jesuiten  erzogen,
zu  Lastern  der  widernatürlichsten  Unzucht  gewöhnt  würden,
oder,  ob  es  bloß  eigener  Drang  von  Clemens  XIV.  gewesen?
Man  sieht  kein  Licht,  bis  mit  einem  Male  den  21.  Juli  1773
das  entscheidende  Todesurtheil  ankam,  die  Bulle:  Dominus
ac  Hedemptor  noster.

Selbst  die  Bulle  ist  als  historisches  Dokument  ganz  unbrauchbar.
  Es  steht  kein  Wort  darin  von  den  Beschuldigungen,
  die  seit  Kurzem  den  Jesuiten  gemacht  worden  seyen,  von
den  wahren  Motiven  der  Aufhebung,  oder  auch  nur  ein