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Sklave  der  Dominikaner  geworden.  Man  thut  also  Ganganelli
sehr  unrecht,  wenn  man  von  ihm  fordert,  daß  er  die  Verordnungen
  Josephs  haͤtte  voraussehen  sollen.

Wenn  man  ganz  unparteiisch  alle  Folgen  und  das
ganze  Verhältniß  dieser  Begebenheit  zum  übrigen
  historischen  Susammenhange  unsers  Zeitalters
  präft,  so  sind  vielleicht  folgende  die  wichtigern:

4)  Es  hat  sich  offenbar  gezeigt,  daß  nach  jetziger  Perfalsung
  durch  ein  solches  lang  verziehendes  Ungewitter,  wie
die  Vertilgung  der  Jesuiten  war,  kein  Orden  mehr  ausgerottet
  werden  kann,  daß,  wenn  es  möglich  ist,  einen  solchen
Orden  zu  zerstdren,  es  bloß  durch  Schleunigkeir  und  Grausamkeit
  möglich  ist.  Aber  daß  man  über  ein  volles  Jahrzebend
  zögerte,  davon  war  die  Folge,  daß  in  den  meisten
Reichen  der  Orden  seine  Reichthümer  rettete,  oft
sogar  protestantischen  Privatpersonen  dieselben  in  die  Hände
warf,  um  sie  einst  in  glücklicheren  Zeiten  wieder
zu  holen.  Unerwartete  Revolutionen  in  Ansehung  der  Wohlhabenheit
  protestamischer  Reiche  hat  der  Jesuitensturz  gemacht;
sonst  wäre  es  nicht  zu  erklären,  warum  man  bei  mehreren
der  jesuitischen  Kldster,  besonders  in  Deutschland,  eine  solche
Armuth  gefunden  hat,  daß  man  kaum  den  getrennten  Mitgliedern
  des  Klosters  dürftige  Pensionen  geben  konme.  Also,
eine  solche  langsam  operirende  Gewaltthätigkeit  ist  nicht  im
Stande,  bei  der  heutigen  Möglichkeit  eines  engern  Zusammenhangs,
  einen  Orden  zu  tddten.  Der  Orden  hat  nun  schon
in's  zehnte  Jahr  seinen  gesetzmähigen  Tod  überlebt,  und  in
einem  ketzerischen  Lande  wird  ihm  sein  Leben  verlängerk.  Von
seinen  ehemaligen  Feinden  sind  alle  gestürzt,  Pombal  fiel,
Aranda  lebt  in  einem  ruhmvollen  Eril  zu  Paris;  aber  de-Orden
  lebt  noch,  hat  seinen  Superior,  erfrecht  sich  selbst  noch,
mit  dem  Pabste  in  Negociationen  zu  kreten.  Er  ist  also

Spittlers  #mmtliche  Werke.  X.  Bb.  41