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bat  man  denn  auch  Gehorsam  gegen  den  Bischof  im
oͤffentlichen  Religions=  Vortrag  sehr  eingeschärft;  demnach  als
ein  nothwendiges  Stück  mit  den  übrigen  Wahrheiten  verbunden,
  deren  Verpflichtung  und  Heiligkeit  allgemein  anerkannt
  war.  ·  .

So  war  also  der  Bischof,  der  in  der  Folge  beinahe  unumschränkter
  Herr  der  Gesellschaft  wurde,  anfangs  nur  das
geehrtesie  Mitglied  derselben,  aber  seine  Lage  war  so,  daß  ihn
zufaͤllige  Umstaͤnde  sehr  fruͤhe  zum  Herrn  machen  mußten,
wenn  dieser  Zeitpunkt  auch  nicht  hie  und  da  durch  den  eigenen
Ehrgeiz  der  Bischoͤfe  befoͤrdert  worden  waͤre.

Obne  Kampf  ging's  doch  nicht  ab,  daß  sich  das
Volk  seine  Rechte  so  uilvermerkt  haͤtte  nehmen  lassen.  Unter
den  Laien  war  doch  auch  mancher  kluge  Kopf,  der  vielleicht
mehr  Kenntnisse  hatte,  als  viele  Bischoͤfe,  und  unter  anderen
gerade  auch  solche  Kenntnisse,  die  ihm  zur  Aufklärung  seiner
Religion  dienten;  dieser  nahm  es  sich  dann  öfters  heraus,
auch  ein  Wort  über  die  Glaubenslehre  zu  sagen,  seine  Meinung
  wahrscheinlicher  vorzustellen,  als  die  Meinung  des  Bischofs
  war,  etwa  auch  in  der  Gemeinde  bffentlich  sprechen
zu  wollen.  So  ist  Origenes  ein  Beispiel.  Die  Palästinischen
  Bischöse  schämten  sich  gar  nicht,  von  dem  Laien
Origenes  sich  belehren  zu  lassen;  aber  der  Alerandrische  empfand
  denn  doch  hoch,  daß  ein  Laie  öffentlich  als  Lehrer  in
der  Kirche  aufgerreten  sey.  Manchmal  scheint  sich  wohl  selbst
schon  in  früheren  Zeiten  der  Bischof  am  leichtesten  dadurch
berausgewickelt  und  seines  Monopols  sich  versichert  zu  haben,
daß  er  den  Laien  für  einen  Ketzer  erklärte.  Der  größte
Theil  der  Laien  war  denn  aber  doch  um  seine  Rechte  unbekümmert;
  man  konnte  besonders  in  jenem  Zeitalter  so  traurige
Folgen  noch  nicht  vermuthen.