175

der  Provinzial-Synoden  gerade  in  Klein-Asien  und  nicht  in
Syrien  war,  so  ist  hoͤchst  wahrscheinlich;  daß  diese  politische
  Einrichtung  Klein-Aliens  sehr  viel  dazu  beitrug.
Die  auffallende  Aehnlichkeit  gewisser  äußeren  Umstände  bestätigt
  dieses  noch  mehr.  Nach  den  aͤltesten  Verordnungen  sollten
  die  ProvinzialShnoden  des  Jahrs  zweimal,  im  Frühling
und  Herbst,  gehalten  werden;  gerade  auch  die  Zeit  und  die
Anzahl  der  politischen  Versammlungen.  Nie  würden  aber
doch  Provinzial-Synoden  diese  hierarchische  Einrichtung  so  schr
befördert,  höchstens  etwa  in  einer  einzelnen  Movinz  sie  befördert
  haben,  wenn  nicht

##)  große  dkumenische  Sonoden  hewöhnlich  geworden
  wären.  Man  heißt  eine  bkumenische  Synode
diejenige,  weiche  vom  Kaiser  an  die  Chefs  der  ganzen  Reichs=Prälatenschaft
  ausgeschrieben  wurde,  mit  dem  Befehl,  daß
jeder  seine  gewisse  Anzahl  Leute  aus  seinem  Sprengel  mitbringen
  sollte.  Es  ging  mit  dieser  Erweiterung  der  Synodal-Anstalt
  nur  sehr  stufenweise.

Die  Donakistischen  Händel  und  das  Mißvergnügen  der
Donatisten  über  die  Entscheidung  des  als  kaiserlicher  Kommissär
  niedergesetzten  römischen  Bischofs  veranlaßten  Konstantin,
  aus  mehreren  Provinzen  seines  Reichs  Bischöfe  nach  Arles
  zusammenzuberufen.  Es  ging  hier,  verglichen  mit  den
nachfolgenden  Jeiten,  Alles  noch  sehr  einfach  zu;  aber  da  sich
nun  318  derselben,  bald  darauf  nachdem  Konstantin  Herr  des
ganzen  rômischen  Reichs  wurde,  zu  Nicäg  versammelten
(325),  nachdem  entstandene  Eifersucht  über  die  wachsende
Macht  der  Bischöfe  (vorzüglich  zu  Alerandrien)  Unruhen  zu
erregen  anfing,  und  der  große  Bischof  also  jetzt  auf  gesetzliche
Erweiterung  und  Begründung  der  einmal  erworbenen  Macht
aufmerksam  gemacht  wurde,  so  ging's  mit  der  Entwickelung
der  Hierarchie  viel  schneller,  als  zuvor.  Rom,  Antiochien