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und  Alerandrien  hatten  sich  vorzüglich  schon  gehoben,
aber  sie  waren  doch  immer  weit  noch  nicht  die  Triumvirn
der  damaligen  Christenheit;  es  gab  viele  unabhängige  Metropolitane,
  die  unter  keinem  dieser  Drei  standen,  und  mit  ihnen
zwar  nicht  gleichen  Glanz,  aber  doch  gleiches  Ansehen  hatten.
  Nun  eutstand  aber  bald  nach  diesen  Zeiten  ein  vierter
  Bischof,  der  allen  Willen  und  alle  aͤußere  Gelegenheit
hatte,  es  jenen  Dreien  gleich  zu  thun  —  der  Bischof  von
Konstantinopel.  Die  Ehre  der  neuen  Residenz  erforderte
von  Seite  des  Kaisers,  ihm  allen  Vorschub  zu  thun,  und  da
um  diese  Zeit  Alles  im  Orient  durch  Hofkadalen  lief,  da
man  besonders  unter  dem  Einflusse  der  Gemahlin  und  Schwester
  des  Kaisers  Alles  durchsetzen  konnte,  da  mancher  der  andern
  Vischdfe,  weil  er  etwa  bei  Hof  etwas  zu  sollicitiren  hatte,
die  Gewogenheit  des  Bischofs  zu  Konstantinopel  zu  nützen
suchte,  auch  immer  vorzügliche  Männer  daselbst  auf  den  Stuhl
kamen,  so  geschah's,  selbst  nicht  ohne  Verschulden  der  übrigen
Bischèfe,  daß  dieser  sich  endlich  so  weit  vordrang.  Erst  verschaffte
  er  sich  nur  Rang  und  Titel;  bei  der  Chalcedonischen
Spnode  paßt  er  aber  der  Gelegenheit  ab,  und  erwarb  sich
auch  mit  Unterwerfung  mehrerer  bisher  unabhängigen  Bischöfe
einen  Sprengel.

Sobald  sich  nun  die  Hierarchie  so  gebildet  hatte,
daß  fast  Alles  auf  diese  vier  großen  Bischöfe  ankam,
so  war  die  anfangs  sehr  gemäßigte  Aristokratie  in
eine  Oligarchie  übergegangen,  und  unterdessen  hatten  sich
auch  siufenweise  gewisse  Rechte  der  Kaiser  gegen
die  Kirche  formirt,  oder  vielmehr  gewisse  Verhältnisse  als
gewisse  Rechte,  denn  es  ging  gar  nicht  den  ordentlichen  juridischen
  Gang,  theils  kannten  die  Menschen  ihre  Rechte  nicht
so  vollkommen,  theils  wurde  Alles  bloß  durch  Zeit  und  Umstaͤnde
  bestimmt.