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sich  nicht  versagen  kann,  ihn  für  den  Verfasser  desselben  zu
halten.  Denn  er  entspricht  auch  so  gerade  allen  Bedürfnissen,
die  derselbe  hatte.  Nicht  Residenz  halten  zu  müssen,  den  Anklagen
  der  Laien  und  des  niederen  Klerus  nicht  ausgesetzt  seyn,
von  der  Provinzial-Synode  und  dem  Metropoliten  nicht  sogleich
  gerichtet  und  verurkheilt  werden  zu  können.

Mag  diese  Betrügers-Waare  aber  auch  gemachr  haben,
wer  da  will,  so  viel  ist  gewiß:  der  Betrüger  war  aus  dem
Mainzischen  Sprengel.  Auf  diese  Vermuthung  deutet
schon  das  System  seiner  eigenen  Erdichtungen,  das  immer
zuletzt  auf  Mainz  zurückkommt.  Ein  Erzbischof  von  Mainz
soll  den  Codex  zuerst  aus  Spanien  erhalten  haben,  dort  soll
er  lang  im  Archiv  gelegen  seyn:  ein  Erzbischof  von  Mainz
soll  ihn  zuerst  von  dorther  ausgebreitet  haben,  und  einer  derjenigen,
  welcher  den  allerfrühesten  Gebrauch  davon  machte,
berief  sich  auch  darauf,  im  Mainzer  Archiv  diese  Collektion
gesunden  zu  haben.  7)  Aber  nicht  nur  dieses  deutet  darauf,
sondern  es  kommen  in  der  Sammlung  selbst  auch  solche  Aktenstücke
  vor,  die  einem  nur  in  der  Mainzer  Didzese  leicht
begegnen  konnten,  z.  B.  Schreiben  des  Mainzischen  Bischofs
Bonifacius.  Und  weil  denn  doch  bei  Stereitigkeiten,  die  im
Rheimsischen  Sprengel  entstanden,  diese  Dekretalen  zuerst  erschienen,
  die  Sprengel  von  Rheims  und  Mainz  aber  an  einander
  grenzken,  so  ist  leicht  begreiflich,  daß  Vaterland  und
erster  Schauplatz  dieser  Betrügereien  nicht  weit  von  einander
entsernt  gewesen  seyn  konnen.

*)  Ein  Diakonus  Venedikt  machte  nämlich  um  das  Jahr
3845  eine  Sammlung  von  Kapitularien;  in  diese  Sammlung
brachte  er  auch  Vieles  aus  Pseudo-Isidor  hinein,  und  in  der
Vorrede  sagt  er,  diese  Zusitze  habe  er  aus  dem  Mainzischen
Archiv.