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Glaubens=  und  Disciplinarsachen  ansehen  darf,  sondern  fast
immer  zugleich  als  Staats-Versammlungen,  in  welchen  die
wichtigsten  Angelegenbeiten  des  Staats,  wo  nicht  ganz  entschieden,
  wenigstens  doch  zur  Entscheidung  vorbereiter  wurden.

3)  Immunität  der  geistlichen  Güter.  Klöster
und  Bisthümer,  wenn  sie  nicht  durch  ein  besonderes  kaiserliches
  Privilegium  freigesprochen  waren,  mußten  bisher  bei
jedem  bevorstehenden  Feldzug  ihr  Kontingent  liefern;  auch  bei
Lieferungen  nach  Hof  war  ihnen  ihr  bestimmtes  Quantum  zu
leisten  besohlen.  Daher  entsprang  freilich  eine  Quelle  mannichfaltiger
  Uebel  für  die  Kirche  und  Geistlichkeir.  Bei  den  so
häufigen  und  fast  alle  Jahre  eintretenden  Feldzügen  mußten
solche  Lieferungen  sehr  beschwerlich  werden.  In  dem  Reiche
Karls  des  Kahlen  gab  es  immer  zwei  sich  stets  neu  erzeugende
  Ursachen  zu  Feldzügen:  Normänner  und  Zwistigkeiten
mit  seinen  Brüdern.  Die  guten  Anstalten,  welche  Karl  der
Große  zu  Bewahrung  der  Küsten  gemacht  hatte,  waren  unter
  Ludwig  dem  Frommen  durch  Güte  und  Schläfrigkeit  des
Regenten  fast  ganz  zerfallen;  noch  mehr  unter  Karl  dem
Kahlen,  und  die  Normänner,  welche  früh  genug  merkten,  daß
sie  nicht  mehr  mit  Karl  dem  Ahnherrn,  sondern  mit  Karl
dem  Enkel  zu  thun  hätten,  kamen  jetzt  auch  haͤufiger;  selbst
wenn  bisweilen  einer  ihrer  Einfälle  abgekauft  war,  kam  eine
andere  Partie  oder  kam  dieselbe  Partie  nur  desto  früher
wieder.  Auch  wagten  sie  sich,  weil  die  Anstalten  zur  Landes-Vertheilung
  so  schlecht  waren,  tiefer  in's  Land  herein.  Und
doch  wäre  man  wohl  noch  lieber  in  den  Krieg  gegen  die
Normänner  gezogen,  als  in  den  gegen  die  Brüder!  Der  Gedanke
  einer  Immunität  von  solchen  Lasten  mußte  sich  um  so
natürlicher  und  schneller  erzeugen,  da  schon  Ludwig  der
Fromme  eine  gewisse  Portion  der  Güter  eines  jeden  Klosters  für
frei  erklärt  hatte,  da  auch  die  weltlichen  Herren  unter