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Alles  wurde  bloß  unter  die  gangbarsten  locos  communes  zusammengeworfen,
  und  selbst  bei  diesen  locis  communibus  behielt
immer  einer  die  Ordnung  des  andern  bei.  Nur  war  jetzt
ganz  sonderbar,  daß,  da  Pseudo-Isidorus  nun  ganz  ungescheut
und  so  vollständig,  als  man  nur  erwarten  konnte,  in  die
Sammlüungen  eingetragen  wurde,  man  doch  in  praxi  anfing,
ganz  von  seinen  Grumsätzen  abzugehen.  Einer  der  Hauptzwecke
Meudo-Isidors  war,  die  Anklage  eines  Klerikers  und  vorzüglich
  eines  Bischofs  so  viel  möglich  zu  erschweren;  darin  lag
ja  selbst  auch  die  Ursache,  warum  er  fast  alle  Definitiv-Urtheile
über  einen  Geistlichen  und  besonders  über  einen  Bischof  nach
RNom  schob;  er  hatte  also  die  Erhöhung  des  römischen  Bischofs
nicht  zum  Zweck,  sondern  brauchte  sie.  bloß  als  Mittel.
Fetzt,  da  der  Pabst  durch  diese  Betrügerei  einmal  so  hoch
gestiegen  war,  als  er  wollte,  da  die  Hauptabsicht  erreicht
war,  den  Klerus  von  dem  Regenten  ganz  unabhängig  zu
machen,  die  Bande  der  Didzes-Subordination  aufzulösen:  so
warf  er  gleichsam  die  Krücken  hinweg;  damit  der  Bischöfe
jetzt  recht  viele  verklagt  würden,  er  also  recht  gute  Gelegenheit
haben  mochte,  an  sie  zu  kommen,  nahm  er  nun  keinen  Anstand,
  jedem  einzelnen  Laien  zu  erlauben,  seinen  Bischof  zu
verklagen.

In  der  Mitte  des  zwoͤlften  Jahrhunderts  aber  bekam  die
ganze  Literatur  auf  einmal  einen  gewaltigen  Stoß,  dessen
Wirkung  sich  durch  alle  Disciplinen  hindurch  erstreckte,  gleich
jenem  ersten  Zeitalter  fühlbar  wurde,  und  nun  selbst  noch  in
unserem  gegenwärtigen  Jahrhundert  fortdauert.  Die  literarische
  Erziehung  bekam  mit  einem  Male  eine,  von  der  bisherigen
  ganz  verschledene,  Eintichtung:  es  öffnete  sich  gleichsam
ein  neuer  Kanal,  wodurch  die  Kommunikation  der  Gelehrsamkeit
  außerordentlich  erleichtert  und  in  einen  bestimmteren
Gang  gebracht  wurde.