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schlecht  auch  seine  Ordnung  und  Methode  ist,  so  nahm  sie
sich  doch  immer,  verglichen  mit  seinen  Vorgängern,  vorzüglich
  aus.

Man  kann  sich  aus  allen  diesen  Umständen  leicht  zusammendenken,
  was  für  ein  Aufsehen  ein  Buch  gemacht  haben
muß,  welchen  Beifall  es  erhalten  baben  muß,  das  in  einer
solchen  Lage  und  unter  so  vielen  äußern  Vortheilen  geschrieben
wurde.  Der  Zusammenfluß  der  Studirenden  nach  Bologna
war  aus  Frankreich,  Deurschland,  England  und  dem  Norden;
was  also  zu  Bologna  in  Gang  kam  und  Aufsehen  machte,
wurde  von  da  aus  in  alle  Reiche  gebracht.  Jetzt,  da  alle
Disciplinen  in  neue  Gährung  kamen,  mußte  gerade  auch  ein
neues  und  auf  der  neuen  Universttät  für  Vorlesungen  brauchbares
  Buch  aͤußerst  willkommen  seyn.  Man  war  schon  lange
ein  wenig  in  der  Angst,  das  roͤmische  Recht  mdchte  endlich
Alles  verdrängen,  und  das  rdmische  Recht  war  den  Rechten
des  Kaisers  nur  gar  zu  sehr  günstig.  Gratian  war  also“  sehr
willkommen,  um  den  Fortgang  des  Justinianischen  Rechts
ein  wenig  zu  hemmen.

Man  har  sich,  um  den  starken  Fortgang  dieses
Werks  des  Gratian  begreiflich  zu  machen,  zwei  historische
Umstände  aufgesucht,  welche  aber  beide  die  genauere  Untersuchung
  der  Kritik  nicht  aushalten.

1)  Erhabe  das  Werk  auf  Bitten  und  Zuspruch  des
beiligen  Bernhard  übernommen.  Böhmer  in  der  Dissert.
de  varia  Gratiani  forkuna  beruft  sich  auf  Manriquez  annalos
  Cistercienscs,  und  dieser  beruft  sich  auf  Dubravii  historia
  Bohemica.  Dieser  aber  ist  nicht  allein  viel  zu  jung;  ein
Schriftsieller  aus  der  Mitte  des  16ten  Jahrhunderts  zur  ersten
  Bezeugung  eines  Faktum  aus  dem  12ten,  und  nicht  einmal
  in  einem  Buch,  wo  er  absichtlich  von  der  Sache  gehandelr
  härte,  soudern  aus  einer  Stelle,  die  recht  eigeutlich  bloß