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dieses  auch  noch  nicht,  daß  sie  von  einem  Dritten  eingeschoben.
  worden,  denn  die  eigene  Methode  Gratians  im  Rangiren
ist  nicht  immer  die  beste.

Ueber  die  fehlervolle  Beschaffenheit  des  Dekrets  hat
man  eine  Menge  Klagen,  oft  nicht  ohne  harte  Vorwürse
für  Gratian,  geführt.  Man  muß  aber  billig  sepn,  und  nicht
mehr  von  ihm  fordern,  als  er  nach  allen  Umständen  seiner
Zeit  leisten  konnte.  Es  war  zu  Gratians  Zeiten  allgemein
gleichförmige  Gewohnheic  aller  Kanonisten,  sich  nicht  um
die  Quellen  zu  bekümmern,  sondern  aus  den  schon  vorliegenden
  Collectiones  canonum  eine  neue  zusammenzusetzen.
Wenn  Gratian  also  auch  alle  die  Fehler  hat,  welche  sich  bei
Burkard  und  Yvo  finden,  so  hat  er  deßwegen  nicht  mehr  Tadel
  verdient,  als  sein  ganzes  Zeitalter  und  als  das  ganze
Jahrhundert,  das  ihm  voranging.  Wirklich  läuft  ein  großer
Theil  seiner  Fehler  auch  darauf  hinaus,  daß  er  vorzüglich
aus  Burkard  so  viel  Irriges  aufnahm:

4)  So  viele  Pseudo-Isidorische  Fragmente.
Aber  wer  kam  damals  auch  nur  auf  den  entfernten  Argwohn,
es  dürfte  mit  diesen  nicht  ganz  richtig  stehen.  Fast  in  allen
Sammlungen,  die  er  vor  sich  hatte,  war  mehr  oder  weniger
aus  Pseudo-Isidor  eingetragen;  er  nahm  also  auch  so  viel  er
zu  brauchen  glaubte.  3

2)  So  Manches  unter  falschen  Namen.  Auch  dieses
ist  nicht  sein  Fehler,  sein  Fehler  sind  die  Quellen,  aus  denen  er
schöpfre.  Bei  Burkard  schien  das  Aendern  der  Titel  Absicht
gewesen  zu  seyn,  bei  den  Nachfolgern  war  es  bloß  Gewohnheit,
  ihn  auszuschreiben,  oder  ganz  unausbleibliche  Konfusson.
die  endlich  entstehen  mußte,  wenn  immer  ein  Sammler  den
andern  ausschrieb  und  keiner  mehr  auf  die  Quellen  zurückging.

3)  Er  soll  nicht  immer  kritisch  genau  genug  mit  dem
Kanon  selbst  umgegangen  seyn.  Er  änderte  oft,  schob  Worte  ein,