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Folianten.  Ferner  Venedig  1479.  Endlich  Paris  1508.
Hier  wurde  auch  Gratians  Name  zuerst  auf  den  Titel  gesetzt.
Vorher  hieß  es  nur  immer  Decretum.

Mit  allen  diesen  Ausgaben  war  aber  wenig  Rath  geschafft;
  wenn's  hoch  kam,  so  waren  es  getreue  Abdrücke  von
Einem  Coder.  Man  hatte  aber,  da  zu  den  Zeiten  der  Reformation
  mit  anderen  Wissenschaften  auch  die  Kritik  aufwachte,
die  Fehler  wahrgenommen,  von  welchen  das  Dekret  enrstellt
wurde;  die  Betrügerei  mit  den  Isidorischen  Dekreralen  wurde
in  den  Magdeburger  Centurien  entdeckt:  man  wandte  also
auch  endlich  eine  strengere  Kritik  auf  neue  Ausgaben  des
Dekrets.  Zwei  franzdsische  Gelehrte,  Antonius  Democheres
und  Antonius  Comtius,  machten  den  Anfang;  aber  damals
war  Alles  in  der  batholischen  Welt  noch  so  wenig  dazu  disponirt,
  daß  die  rdmischen  Censoren  die  Vorrede,  welche  Contius
  seiner  Ausgabe  des  corpus  juris  canonici  (Antwerpen
4570)  vorsetzte,  und  worin  er  davon  Nachricht  gab,  unterdrückten
  und  versiümmelten.  Die  Synode  von  Trient,  welche
so  manchen  Fehler  der  römischen  Kirche  zu  verkleistern  suchte,
scheint  endlich  den  Pabst  auch  zu  einer  Verbesserung  des
Dekrets  veranlaßt  zu  haben.  Pius  IV.  setzte  eine  Kongregation
  von  Kardinälen  für  das  Geschäft  nieder,  und  dieser
fügte  man  16  Doktoren  bei,  meistens  Iraliener  und  Spanier.
Der  ganze  Vorrath  von  Handschriften,  den  die  vatikanische
Bibliothek  anbot,  andere  wichtige  Codices  aus  Frankreich  und
Spanien  wurden  verglichen,  und  so  entstand  endlich  die  Ausgabe,
  welche  unter  Gregors  XIII.  Autorität  zum  Vorschein
  kam.

So  viele  Jahre  und  mit  so  anhaltendem  Fleiße  und  von
so  vielen  Gelehrten  auch  an  dieser  Verbesserung  gearbeitet
wurde,  so  war  doch  beim  Erscheinen  des  Werks  selbst  die  geweckte
  Erwartung  bei  weitem  nicht  erfüllt.  Denn