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a)  schränkte  sich  ihre  Verbesserung  der  Fehler  Gratians
meistens  nur  auf  Berichrigung  der  Citate  ein.  Dieses  war
aber  bei  weitem  nicht  der  wichtigste  Theil  seiner  Febler.  Und
daun  scheinen  sie  selbst  auch  hier  weit  nicht  alle  die  Sorgfalt
bewiesen  zu  haben,  welche  bei  einem  so  reichen  Vorrath  von
Hülfsmitteln  zu  erwarten  gewesen  wäre,  denn  man  enddeckte
noch  in  der  Folge  sehr  viele  Fehler  dieser  Art.

b)  Sie  ließen  sich  nicht  angelegen  seyn,  zuerst  nur
Gratian  so  herzustellen,  wie  er  in  der  Mitte  des  zwölften
Jahrhunderts  ausgesehen  haben  mag,  sondern  sie  suchten  sogleich
  zu  verbessern,  und  schoben  oft  ihre  Verbesserungen
sogleich  in  den  Tert  ein.

Dh  Die  Pseudo-Isidorischen  Dekretalen  als  falsch  auszuzeichnen
  unterstanden  sie  sich  gar  nicht,  sie  ließen  Alles  unbemerkt
  vorüber:  der  rômische  Hof  scheint  vielleicht  nicht  ohne
Absicht  fast  lauter  Spanier  und  Italiener  zu  der  Verbesserung
genommen  zu  haben,  denn  von  diesen  war  am  wenigsten  zu
besorgen,  daß  sic  mit  allzuvieler  Freimüthigkeit  und  auf  eine
dem  rdmischen  Hofe  unangenehme  Weise  korrigiren  mdchten.

Am  meisten  beschämt  waren  die  rômischen  Korrektoren,
da  einige  Jahre  nachher  ein  opus  posthumum  von  dem  berühmten
  Erzbischof  von  Tarragona,  Ant.  Augustin,  herauskam,
  worin  dieser  die  von  den  römischen  Korrektoren  übrig
gelassenen  Fehler  besserte,  unter  dem  Titel:  Dialogi  tres  de
emendatione  Gratiani.  Man  muß  über  die  ausgebreitete
Gelehrsamkeit  und  über  die  eben  so  auszeichnende  Bescheidenbeit
  erstaunen,  womit  dieser  einzige  Mann  die  ganze  niedergesetzte
  Gesellschaft  von  Gelehrten  beschämte.

Lächerlich  war  es,  daß  Gregor  XIII.  in  einer  Bulle,  die
er  1580  publicirte,  alle  weiteren  Verbesserungen
verbot;  das  Dekret  sollte  künftig  so  bleiben,  wie  es  von
den  roͤmischen  Korrektoren  herausgegeben  worden  sey.  Es