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kehrte  sich  aber  kein  verständiger  Katholik  an  dieses  Verbot.
Augustins  Dialogen  kamen  acht  Jahre  nachher,  und  ein  paar
französische  Gelehrte,  Peter  und  Franz  Pithon,  gaben  zu
Paris  in  dem  letzteren  Viertel  des  siebenzehnten  Jahrhunderts
eine  neue  Ausgabe  des  Corpus  juris  canonici  heraus,  worin
sie  viel  mehrere  Fehler  verbesserten,  als  von  den  rdmischen
Korrektoren  geschehen  war.  Sehr  verdient  machte  sich  dann  noch
im  gegenwärtigen  Jahrhundert  ein  italienischer  Gelehrrer  Fontanini.
  In  der  Mitte  des  fünfzehnten  Jahrhunderts  hatte
der  berühmte  Kardinal  J.  von  Turrecremata  den  nicht
verwerflichen  Einfall  gehabt,  dem  Dekret  des  Gratian  eine
bessere  Form  zu  geben,  sie  etwa  so  viel  möglich  nach  der
Ordnung  der  fünf  Buͤcher  der  Dekretalen  einzurichten.  Sein
Werk  aber,  ungeachtet  er  es  recht  gur  und  mit  vieler  Vorsicht
ausführte,  konnte  doch  nicht  Beifall  erhalten:  die  Praktiker
waren  einmal  an  das  Alte  gewöhnt,  der  roͤmische  Hof  scheut
ohnedieß  alle  Veränderungen.  Das  Werk  kam  also  nicht
einmal  zum  Druck,  bis  endlich  Fontanini  dasselbe  aus  der
Barberinischen  Bibliothek  herausgab,  bei  welcher  Herausgabe
  Fontanini  selbst  zur  Verbesserung  Gratians  sehr  viel
leistete.  Er  ließ  das  Manuscript  nicht  bloß  abdrucken,  wie
er  es  vorfand,  sondern  er  revidirte  dasselbe  noch  einmal
kritisch,  und  benuͤtzte  besonders,  was  die  Gebruͤder  Pithou
schon  geleistet  hatten.  «
J.  H.  Boͤhmer,  dieser  nach  allen  Ruͤcksichten,  besonders
  im  kanonischen  Rechte  so  große  Mann,  verdient  unter
allen  Deutschen  allein  hier  genannt  zu  werden.  Seine  Ausgabe
  des  Dekrets  in  seinem  Corpus  juris  canonici  hat  nicht
nur  alles  das,  was  die  rômischen  Korrektoren,  die  Pithou's,
Fontanini  geleistet  haben,  sondern  er  hat  auch  noch  durch  eigene
  Kritik  manchen  Fehler  entdeckt,  den  diese  unbemerkt  ließeu.
  Seine  Vorrede  de  varia  fortuna  Gratiani  ist  für  seine