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Bischof  nach  Barcellona  zuruͤck,  wird  Dominikaner,  bald  aber
von  Gregor  zu  der  wichtigen  Arbeit  aufgerufen,  eine  neue  Dekretalen-Sammlung
  zu  machen.  In  drei  Jahrem  war  das
ganze  Geschäft  fertig;  das  neue  Buch,  in  dem  nun  das
Brauchbare  aus  den  fünf  alten  Sammlungen  und  das  Neueste
beisammen  war,  wird  wieder  wie  gewöhnlich  nach  Bologna
geschickt,  dießmal  auch  nach  Paris,  weil  unterdeß  auch  diese
Schule  anfing,  in  der  Rechtsgelehrsamkeit  bedeutend  zu  werden.
Man  kann  sich  leicht  vorstellen,  daß  eine  solche  Sammlung,
  die  so  viele  äußere  Gründe  ihrer  Autorität  und  so  viel
innere  Bequemlichkeiten  harte,  sehr  früh  auch  Kommentatoren
und  Glossenmacher  bekam.  Der  berühmteste  unter  dieser  Menge
ist  Bernardus  Parmensis.  Noch  ehe  Raymund  mit  seinem
  Werk  zum  Vorschein  kam,  war  er  schon  als  Professor
des  kanonischen  Rechts  zu  Bologna  berühmt.  Da  er  über
diese  neue  Sammlung  Glossen  machen  wollte,  so  machte  er
es  sich  bequem,  und  sammelte  zuerst  aus  den  Schriften  seiner
Vorgänger  alle  die  brauchbaren  Glossen,  welche  sie  über  die
alten  Dekretalen  gemacht  hatten.  Diese  Kompilation  nun,
zu  der  er  hie  und  da  das  Seinige  hinzuthat,  hat  sich  bis
auf  unsere  Zeiten  unter  dem  Namen  Glossa  ordinaria
erhalten.  Er  ist  der  berühmteste  Glossator  über  die  Dekretalen,
  wie  sein  Zeitgenosse  Joannes  Teutonicus  über  das
Dekret,  dessen  Arbeit  auch  noch  unter  dem  Namen  Glossa
or  dinaria  in  Decretum  sich  erhalten  hat.  Man  heißt
diesen  sonst  auch  Johann  Semeca;  ob  ganz  richtig,  ist  sehr
zu  bezweifeln.  Er  starb  vor  dem  Jahre  4240  als  Probst  zu
Halberstadt.  «
Keine  elf  Jahre  steht  es  an,  seitdem  Raymunds  Sammlung
  erschienen  war,  so  schickt  der  Pabst  wieder  eine  ansehnliche
  Anzahl  von  Konstitutionen  nach  Bologna.  Innocenz
  IV.,  über  den  muthigen  Kaiser  Friedrich  II.  ergrimmt,