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ruft  im  Jahr  1245  eine  Synode  nach  Lyon  zusammen.  Der
Kaiser  wird  nicht  allein  von  dem  parteüschen  Pabste  in  Bann
gethan,  sondern  der  Pabst  macht  auch  bier  gelegenheitlich,
weil  es  zugleich  eine  Reformations-Synode  seyn  sollte,  eine
Menge  Konstitutionen,  und  wie  es  alle  seine  Vorgänger  gemacht
  hatten,  so  nun  auch  er;  sie  werden,  um  bei  der  großen
  Menge  von  Gesetzen  doch  im  Gang  zu  bleiben,  nach'
Bologna  geschickt.  7)  Eben  den  Gang  nahm  es  auch  mit
den  Schlüssen  der  zweiten  Lponer  Synode  vom  Jahr  1274.
Weil  auch  diese  die  in  der  Kirche  eingeschlichenen  Mängel
heben  und  eine  Art  von  dkumenischer  Synode  vorstellen  sollre,
so  schickte  man  wieder  ihre  Schlüsse  nach  Bologna.  Ein  jämmerlicher
  Justand  der  Kirch  lehrsamkeit:  man  macht
Gesetze  auf  Gesetze;  die  alten  werden  vergessen,  die  neuen
nicht  gehalten;  kein  Pabst  verfährt  nach  einem  ordentlichen
Man,  sondern  moͤchte  sich  bloß  eben  auch  als  Gesetzgeber
zeigen,  flickt  an  dem  alten  Kleide  und  heftet  ihm  ein  neues
Stück  auf.

Es  war  nun  mit  dem  Ende  des  dreizehnten  Jahrhunderts
  so  weit  gekommen,  daß  die  Professoren  zu  Bologna
nicht  mehr  warten  konnten  bis  der  Pabst  die  Veranstaltung
mache,  die  neuen  Gesetze  sammeln  zu  lassen;  sie  schicken  eine
eigene  Gesandtschaft  an  Bonifacius  VIII.,  um  ibn  darum
zu  bitten,  und  weil  diese  neue  Arbeit  bloß  ein  Anhang  zu
dem  Werk  des  Raymundus  seyn  sollte,  auch  nach  der  Methode
  des  Raymundus  geordnet  war,  so  erhält  sie  den  Namen
  Liber  sextus.  29)  Ungeachtet  der  Händel,  welche

*)  Pergl.  außer  dem,  was  Böhmer  hierüber  hat,  Fattorini
a.  a.  O.  S.  425.

*#)  Wie  die  Correctores  Romani  bei  ber  Glossa  libri  sexti  so  sehr
parteiisch  verfuhren  s.  Pinsson  traite  de  la  regale  P.  4,  Pag.  28.