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ersten  getoͤdteten  Spanier  sahen:  man  sah,  daß  es  um  den
Pabst  kein  so  ganz  unverletzbares  Geschoͤpf  sey.  Die  Franzosen
  hatten  ihn  ohnedieß  in  der  Naͤhe,  und  es  bewaͤhrt  sich
durch  die  ganze  paͤbstliche  Historie,  daß  diejenigen  seiner  Kinder,
  die  der  Pabst  am  naͤchsten  um  sich  hatte,  immer  seine
ungehorsamsten  waren.  Nie  waren  auch  die  Päbste  so  noch
unter  die  menschliche  Trüglichkeir  herabgesunken,  als  in  der
Zeit  der  Avignon'schen  Residenz.  Es  war  nun  nicht  mehr
Zeit,  solche  Sammlungen  zu  publiciren,  Niemand  würde  gehorcht
  haben;  daher  kamen  auch  die  Ertravaganten  zu  keiner
Autorität  mehr,  die  Päbste  scheinen  selbst  gefühlt  zu  haben,
daß  es  nun  nicht  mehr  Zeit  sey,  auf  dem  alten  Plan  fortzumachen;
  sie  gaben  sich  deßwegen  auch  nicht  mehr  die  Mühe,
selbst  für  die  Kollektionen  zu  sorgen,  sondern  sie  überließen
es  wieder,  wie  vor  Innocenz  III.,  den  Privatbemühungen  der
Gelehrten.

So  richtig  freilich  nun  aus  allem  Bisherigen  fließt,  wie
es  zugegangen  sey,  daß  man  die  Verordnungen  der  Päbste
nach  und  nach  in  der  ganzen  Christenheit  als  Gesetze  habe
gelten  lassen,  so  folgt  daraus  doch  noch  keine  feierliche
Annahme  aller  darin  enthaltenen  Stücke;  im  Liber
  sektus  sind  Stücke,  bei  welchen  unmödglich  irgend  ein
König  gleichgültig  seyn  konnte.  Die  Päbste  gaben  von  Zeit
zu  Zeit  Konstitutionen,  wodurch  die  Rechte  der  Kirchen  auf
das  gröbste  verletzt  wurden;  besonders  in  den  Zeiten  der  Avignon'schen
  Residenz  hatten  sie  das  Geld  allzu  nöthig,  um  nicht
große  und  kleine  Benefizien  zu  verkaufen;  sie  erdachten  allerhand
  neue  Namen,  um  besonders  auch  immer  neue  Auflagen
machen  zu  können.  Der  Jammer  wuchs  am  Ende  des  vierzehnten
  Jahrhunderts  so  hoch,  daß  kein  Schrifrsteller  dieser
  Zeiten  ist,  der  ihn  nicht  beseufzt,  besonders  in  Deutsch-