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land  keine  Kirche  war,  welche  nicht  den  Schaden  empfunden
haͤtte.  *)

Kaiser  und  Könige  nahmen  si  ch  wobl  der  Sache  an,  aber
bei  uns  Deutschen  leider  nicht  mit  genugsamem  Nachdruck;
welche  Hülfe  war  von  Wenzels  Indolenz  oder  falscher  Politik
zu  erwarten,  und  Sigismund  brauchte  zwar  mehr  Ernst,  hatte
unermüdete  Thätigkeit,  aber  war  denn  doch  auch  nicht  der  Regent,
welcher  den  listigen  Intriguen  der  Kurialisien  gewachsen  war.
Eine  der  Hauptabsichten  der  Kostnitzer  Synode  war,  jenen
Mißbräuchen,  die  bald  bis  zum  Gesetzmäßigwerden  cingerissen
hatten,  einigermaßen  zu  stcuern.  Der  Kaiser  liet  sich  täuschen,
  daß  man  erst  vorher  auf  der  Synode  eine  neue  Pabstwahl
vornahm,  und  sobald  wieder  ein  neuer  Pabst  da  war,  wurde
nichts  aus  der  ganzen  Sache;  der  Pabst  vertrdstere,  daß  bald
wieder  ein  neues  Concilium  sollte  gehalten  werden,  und  machte

*)  Eine  Hauptklage  betraf  unter  Anderem  immer  auch  die  römischen
  Kanzlei-Regeln,  und  diese  waren  in  allweg  die  unerträglichste
  Last  und  die  unverantwortlichste  Ungerechtigkeit.
Es  konnte  einem  Pabst  einfallen,  in  seine  Kanzlei  die  Verordnung
  zu  schicken,  daß,  wenn  künftighin  ein  gewisses  Beneficium
vakant  werden  sollte,  er  die  Vergebung  desselben  sich  reservirt
  haben  wolle.  Kam  nun  alsdann  in  der  römischen
Kanzlei  die  Nachricht  ein,  daß  dieses  Veneficium  vakant  geworden,
  und  daß  der  Neuernannte  die  Ausfertigung  seiner  Vestätigungs-Bulle
  suchte,  so  wurde  diese  abgeschlagen,  der  Pabst

habe  sich  die  Collatio  benesicii  vorbehalten.  Ohne  allen  vernünftigen
  Rechtsgrund  konnte  dem  Pabst,  oft  aus  bloßen  Finanzbedürfnissen,
  einfallen,  sich  mit  einem  Male  eine  ganze  gewisse
  Gattung  der  ansehnlichsten  Beneftzien  zu  reserviren.  Die-Verordnungen
  nun,  welche  der  Pabst  seiner  Kanzlei  wegen
Erpedirung  der  Benefizien  vorschrieb,  hießen  Kanzlei-Regeln;
  ein  Pabst  nach  dem  andern  that  noch  immer  mehr  hinzu,
  und  machte  seinen  Saum  breiter:  so  wurde  denn  das  Joch
von  einer  Regierung  zur  andern  drückender,  die  päbstlichen  Forderungen
  und  Usurpationen  grenzenloser.