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a)  Daß  wir  jenem  Zeitalter  unsere  feineren.  Begriffe  von
Recht  und  Unrecht,  besonders  so.  weit  es  die  Gesetze  des
Staats  betrifft,  nicht  leihen  sollen.  Man  hatte  damals  die
Rechte  der  Regenten  weit  noch  nicht  so  hoch  gespannt,  als
gegenwärtig,  dem  Bürger  war  bei  einer  noch  nicht  so  in  ihren
seinsten  Punkten  bestimmten  Verfassung  Manches  erlaubt,  was
jetzt  Frevel  seyn  würde.  ,

b)  Luther  wollte,  wie  aus  der  ganzen  Geschichte  erhellt,
nichts  Anderes  thun,  als  eine  Gegen-Erekution  halten,  dem
Pabsie,  der  seine  Schriften  zum  Feuer  verurtheilt  hatte,  eine
voͤllig  gleiche  Ehre  erweisen.  Man  sioße  sich  hier  nicht,  daß
sich  Luther  bei  dieser  Handlung  so  gar  nicht  als  den  Geringeren
  fühlte:  er  grenzte  noch  ganz  nahe  an  die  Zeiten,  wo  jeder
kleine  Edelmann  dem  Fürsten  den  Krieg  ankündigte;  seine
Handlung  hatte  ungefähr  eben  dieses  Verhältniß.  Luther  betrachtete
  das  kanonische  Recht  damals  wohl  gar  nicht  als
Rechte,  die  unter  kaiserlicher  Autorität  in  Deutschland  galten,
sondern  als  eine  Sammlung  pöbstlicher  Gesetze,  in  welchen
er  die  wichtigsten  Stücke  des  Aberglaubens  auf  das  feierlichste
bestätigt  fand,  den  er  nun  doch  durchaus  zu  bestreiten  harte.
Von  pöbstlichen  Gesetzen  wollte  er  sich  nun  ganz  feierlich  lossagen,
  und  er  glaubte  dieses  nicht  solenner  thun  zu  können,
als  durch  gegenwärtige  Handlung.  Einige  sagen  auch  dieses
zu  seiner  Entschuldigung,  daß  er  doch  die  Erekution  selbst
verrichtet,  hingegen  der  Pabst  sie  durch  den  Scharfrichter  habe
vollziehen  lassen.  "  ,

D)  Zu  all  diesem  muß  man  freilich  noch  Luthers  muthigen
  Charakter  nehmen,  der  besonders  jetzt  noch  im  ersten
Feuer  war,  alle  seine  Erwartungen,  wie  er  von  Rom  aus
gegen  Tetzel'sche  Mißbräuche  sogar  noch  Hülfe  erhalten  würde,
auf  das  schändlichste  betrogen  fand,  unter  solchen  Umständen
doppelt  lebhaft  für  die  unterdrückte  Wahrheit  empfand,  und