298

unternahm,  war  der  Kardinal  Caraffa.  Dieser  gab  gemeinschaftlich
  mit  Anton  ab  Aquino  eine  Sammlung
von  drei  Folianten,  Rom  1591,  heraus.  Das  Werk  hört
mit  Gregor  VII.  und  dem  Jahr  1085  auf.  Caraffa,  der  vornehmste
  Herausgeber,  starb  vor  dem  gänzlichen  Abdruck.  Anton
  ab  Aquino  wollte  es  fortsetzen,  und  hatte  wirklich  auch
sehr  viel  dazu  gesammelt,  er  starb  aber  noch  vor  Ausfuͤhrung
dieser  Kontinuation,  und  seine  Kollektaneen  kamen  dem  Kardinal
  Baronius  unter  die  Hände,  der  sie  bei  seinen  Kirchen-Annalen
  trefflich  nützte.  Wie  leicht  zu  erachten,  so  konnte
Caraffa's  Arbeit  weder  kritisch  genau,  noch  vollständig  genug
seyn.  Zu  Anfang  dieses  (des  achtzehnten)  Jahrhunderts  unternahm
  deßwegen  der  Benediktiner=  Pater  Coustant  eine
neue  Sammlung;  er  hatte  im  Sinne,  sie  bis  zu  Innocenz  III.
fortzuführen,  und  dabei  allen  den  Vorrath  gedruckter  und  ungedruckter
  Hülfsmittel  zu  benützen,  welcher  seit  Caraffa's  Zeiten
  erschienen  war.  Der  erste  Band,  der  1724  zu  Paris  erschien,
  war  so  vortrefflich,  daß  er  alle  Hoffnung  übertraf;
aber  Coustant  starb,  und  diejenigen,  welche  die  Forksetzung
versprachen,  starben  auch,  oder  hielten  nicht  Wort.  Das  Werk
ist  also  noch  unvollkommen.

Glücklicher  war  eine  andere  Sammlung.  Laertius
Cherubini  hatte  schon  vorher,  in  dem  ersten  Viertel  des
siebzehnten  Jahrhunderts,  die  Konstikutionen  der  Päbste  von
Leo  dem  Großen  bis  auf  Paul  III.  gesammelt.  Seine  Sammlung
  erschien  zu  Rom  1617  in  drei  Folio-Bänden.  Angelo
Cherubini  setzte  sie  bis  zu  Urban  VIII.  fort,  in  vier  Folianten,
  Rom,  1638,  und  in  einer  nachfolgenden  Ausgabe  kamen
  noch  die  Konstitutionen  von  Innocenz  X.  hinzu.  Die
letzten  Kontinuatoren  waren  Angelus  a  Lautusens  und
Joh.  Paul  von  Rom;  diese  fügten  noch  ein  paar  Folianten
  bei,  und  sammelten  bis  auf  Elemens  X.  Die  Luremburger