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wie  die  Kleider  zu  wechseln,  wenn  die  Religion  der
Untertbanen  ein  Spiel  der  Bigotterie  oder  Kaprice
eines  Einzigen  seyn  soll:  wo  ist  mehr  Sicherheit  für  das,
was  jedem  Menschen  das  Edelste  seyn  muß,  Religions=  und
Gewissensfreiheit!

So  hätte  uns  eben  der  Mann,  der  uns  aus  einem  geistlichen
  Pabstihum  ausführen  zu  wollen  versicherte,  in  ein  drücken
  deres  weltliches  Pabstrhum  zurückgefübrt,  so  gefährlich
  waren  die  Keime  der  Meinungen.  Aber  die  Vorsehung
fügte  es  gerade,  daß  mit  ihm  Männer  geboren  wurden  und
erschienen,  die  mit  mehr  gelehrten  Kenntnissen  und  einer  überdachteren
  und  weniger  bloß  auf  schnelle  Einfälle  gegründeten
Philosophie  nach  und  nach  schieden  und  länterten,  was  jener
allzu  unvorsichtig  und  in  der  größten  Verwirrung  vorgetragen
  hatte.

Außer  denen,  die  selbst  an  dem  Orte,  wo  Thomasius
lebte,  Vieles  zur  sichereren  Bestimmung  der  kirchenrechtlichen
Begriffe  beitrugen,  verdient  hier  besonders  Pfaff  als  cigene
Epoche  bemerkt  zu  werden.  Ein  Mann  nach  vieler  Rücksicht
eben  so  geschickt,  ECpoche  zu  machen,  als  Thomasius,  ungeachtet
  Letzterer  wirklich  mit  geringeren  Fähigbeiten  und  mit  wenigeren
  Kenntnissen,  selbst  auch  nach  gewissem  Betracht  bei
viel  weniger  äußeren  gönstigen  Umständen  viel  glänzendere
Epoche  machte  Wenn  Thomassus  zu  Halle,  also  in  einem
Staate,  wo  damals  Prinzipien  gerne  gehört  wurden,  welche
die  Macht  des  Regenten  sehr  vergrößerten,  wenn  hier  Thomasius
  den  König  zum  Pabst  schuf,  so  konnte  Pfaff  zu
Tübingen,  an  den  Genuß  einer  edlen  beschränkten
Freibeit  gewöhnt,  um  so  leichter  darauf  gerathen,  die
Rechte  der  Kirche,  die  ihr  schon  als  Gesellschaft
betrachtet  zukommen  müssen,  zu  vertheidigen.  Schon  vor  ihm
hatten  zwar  Andere  eine  gleiche  Idee  geäußert,  sie  auch  ziemlich