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Bei  Schweden  sollte  nian  glauben,  das  Interesse  des
Koͤnigs  wuͤrde  erfordert  haben,  die  Bischoͤfe  voͤllig  hinwegzuschaffen,
  da  ihre  Macht  seiner  Regierung  gar  zu  sebr  hinderlich
  war,  und  da  sie  sich  auch  so  lange  alle  Muͤhe  gegeben
hatten,  -das  Reformationsprojekt  Gustavs  zu  hindern.  Aber
eine  solche  Revolution  wäre  doch  zu  stark  gewesen,  und  der
König  konnte  zufrieden  seyn,  wenn  nur  die  üÜbermäßigen
Reichthämer  der  Kirche  eingeschränkt,  der  Adel  wieder  in  den
Genuß  seiner  wichtigsten  alten  Güter  eingesetzt,  und  die  Kronbesitzungen
  restituirt  wurden.  Eine  so  totale  Revolution,  als
die  gänzliche  Abschaffung  der  Bischöfe  gewesen  wäre,  läßt  sich
auch  schon  dehwegen  nicht  denken,  weil  die  Reformation  auf
einem  Reichstage  beschlossen  und  eingeführt  werden  mußte,
wo  die  Bischdfe  selbst  sehr  viel  zu  sprechen  hatten.  Kaum
hatte  es  der  Kbnig  selbst  mit  der  Drohung,  daß  er  die  Regierung
  niederlegen  wolle,  dahin  gebracht,  daß  sich  die  Bischoͤfe
entschlossen,  ihre  Festungen  und  übermähig  gesammelten  Güter
berauszugeben.

Eben  so  ging  es  auch  in  Dänemark.  Die  Bischöfe
hatten  sich  hier,  besonders  zum  großen  Perdruß  des  Mdels,
eine  Macht  und  Recichrhümer  erworben,  wodurch  die  Entscheidung
  aller  Reichsangelegenheiten  fast  allein  bei  ihnen  stand.
König  Christian  II.,  der  ohnedieß  alle  Gelegenheit  ergriff,
die  Macht  der  Bischöfe  zu  demüthigen,  sah  die  Lehre  der
Wittenbergischen  Reformatoren  für  das  schicklichste  Mittel  an,
dieselbe  zu  untergraben  oder  ganz  zu  verderben.  Die  Mine
sprang  aber  fehl,  er  hatte  seine  Absicht  sonst  schon  allzu  deutlich
  verrathen,  er  ward  zum  Lande  hinausgejagt.  Sein  Nachsolger
  Friederich,  wollte  er  ja  nicht  bloß  dem  Namen  nach
König  seyn,  mußte  dem  Plan  seines  Vorfahren  getreu  bleiben
und  die  allzu  große  Macht  der  Bischöfe  zu  demüthigen  suchen;
aber  er  verfuhr  viel  feiner,  überließ  Alles  viel  mehr  der