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Indulgenzbriefen,  von  Schenkungsurkunden,  auch  von  Fragmenten
  ganz  unbeträchtlicher  dogmatischer  oder  moralischer
Schriftsteller  des  mittlern  Zeitalters.  Dieser  obschon  oft  unverständige
  Eifer,  bisher  ungedruckte  Sachen  drucken  zu  lassen,
hatte  zwar  für  uns  Nachkemmen  den  sehr  beträchtlichen  Vortheil,
  daß  Manches,  was  die  eifersüchtige  Vorsicht  der  kleinern
deutschen  Stände  jetzt  nimmer  zeigen  würde,  doch  zum  allgemeinen
  Gebrauch  bekannt  gemacht  worden:  aber  er  hatte  auch
den  Nachtheil,  daß  man  das  Wenigste,  was  man  abgedruckt
erhielt,  recht  genau  abgedruckt  erhielt.  Da  die  Verfasser  froh
waren,  immer  nur  Mengen  von  Urkunden  zu  liefern,  so
waren  sie  weder  bei  Kopirung,  noch  beim  Abdruck  derselben
sorgfältig  genug,  und  anstatt  sich  Mühe  zu  geben,  die  Originalien
  wo  möglich  selbst  zu  erhalten,  begnügten  sie  sich
mit  Kopialbüchern,  und  überließen  noch  dem  Leser  das  Räthsel,
  ob  das  Diplom  aus  einem  Kopialbuch  oder  aus  einer
glaubwürdigen  Abschrift  oder  aus  dem  Original  genommen
sey.  Dieß  sind  die  eigentlichen  Schicksale  der  diplomatischen
Geschichte  Leukfelds  und  Kettners;  auch  die  wahre  Entstehung
  eines  großen  Theils  des  Lünig'schen  Werks,  der  seinem
  Publikum  nicht  einmal  den  Gefallen  tbun  mochte,  bei
den  Urkunden  zu  bemerken,  aus  was  für  einer  Deduktion,  aus
was  einem  vielleicht  minder  bekannten  hisiorischen  Werke  er
sie  genommen  habe.  Schon  Baring  hat  in  der  Vorrede  zu
seinem  clavis  qiplomatica  mehrere  Beispiele  gegeben,  wie
Leukfeld  und  Kettner  ihre  Urkunden  so  böchst  nachläßig  abdrucken
  ließen,  man  kann  sich  aber  aus  Vergleichung  der  nächsten
  besten  Urkunde  aus  Erathi  Codice  diplomatico  Quedlinburgensi
  mit  eben  derselben  Urkunde  bei  Kettnern  augenscheinlich
  selbst  überzeugen,  wie  fast  ganz  unbrauchbar  sich
diese  alten  Sammler  durch  ihre  eilfertige  Nachläßigkeit  gemacht
haben.  Che  also  mit  Gudenus  und  Hontheim  der  Geist