371

denn  sie  selbst  zogen  aus  ihren  Dioͤzesen  eine  gleiche  Revenue;
um  also  auf  allen  Seiten  zu  gewinnen,  so  protestirte  jener
den  25.  März  mit  den  Blschöfen  seiner  Provinz  durch  eine
eigene  Akre,  daß  wenn  die  Annahme  der  Baseler  Dekrete  zu
Stande  kommen  sollte,  nimmermehr  dasjenige  darunter  begriffen
  sey,  was  sie  von  dieser  Art  aus  ihren  Dißbzesen  zogen.
Tags  darauf  unterschrieb  er  willigst  die  Acceptation  der  vortheilhaften
  Baseler  Schlüsse.  Eugen  konnte  sich  nicht  darein
finden,  woher  den  Deutschen  der  Muth  so  sehr  gewachsen  sey,
und  er  sah  die  ganze  Sache  bloß  als  ein  Werk  der  Ergzbischdfe
von  Trier  und  Köln  an,  glaubte  also  auch  Allem  ein  siehreiches
  Eude  zu  machen,  wenn  er  diese  absetzen  würde.  Es
waren  aber  diehmal  nicht  mehr  die  vorigen  Zeiten:  die  Kurfürsten
  vercinten  sich  im  Jabr  1446,  und  es  wird  beschlossen,
dem  Pabst  durch  eine  Gesandtschaft  den  entscheidenden  Willen
der  Deutschen  zu  melden,  daß  man  sich  ihm  nimmermehr
unterwerfe,  wenn  er  nichr  die  verübten  Gewaltthätigkeiten  zurücknehme
  und  die  Annahme  der  Baseler  Dekrete  billige.
Mit  dem  September  eben  dieses  Jahrs  erdffner  sich  der  große
Reichstag  zu  Frankfurt,  wo  sich  endlich  die  päbstlichen  Legaten
  (unter  diesen  war  der  nachfolgende  Pabst  Nikolaus  V.
selbst)  zu  Annehmung  der  vorgelegten  Bedingungen  verstunden.
Sogleich  geht  eine  Gesandtschaft  nach  Rome)  selbst  ab,  um

*)  Folgende  Beschreibung  eines  der  damaligen  deutschen  Gesandten
ist  sehr  merkwürdig:  Gregorins  juxla  monlem  Jordanum  post
vesperas  deumbulans,  caloribus  erocstuans,  quasi  et  Romanos
et  ollicium  suum  contenmeret,  dimissis,  in  terram  caligis,
aperto  pectore,  nudo  capite,  brachia  discooperiens  lbslibundus
  incedebat,  Romamdue  et  Eugenium  et  Curiam  blasphemahat,
  multaque  in  calores  terrae  ingerebar  mala.  Est  enim
aer  Bomanus  Teutonicis  inlestissimus.  Nam  corpora  humecta.
et  sanguine  plena  exaestuant,  quae  dum  illi  temperare  volunt,

24*