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des  Irenaͤus  von  Herrn  Gerbert  ganz  verschieden,  und  sie
verliert  nach  unsrer  Erklaͤrungsart  alle  Brauchbarkeit  fuͤr  seinen
  Zweck.  Die  Stelle,  wie  sie  Lib.  I.  Contra  baereses  c.  10
stehr,  ist  folgende:  Quanduam  enim  Gispares  inter  se  mundi
linguse  sunt:  una  tamen  et  cadem  est  traditionis  vis.  Ac
neque  hæ,  quse  in  Germanlüs  sitæ  sunt,  Ecclesiæ  aliter
credunt,  neque  quæ  in  lispantis  aut  Gallüs  ete.  Es  fragt
sich,  was  versteht  Irenäus  unter  Germanüs?  Warum  setzt
er  Germanüs  und  nicht  Germania?  Man  glaubte,  es  könne
Germaniam  cis  et  trans  Bhenanam  bedeuten:  allein  so  schrieb
der  Römer  niemals,  daß  er  diese  beide  zusammen  unter  dem
Namen  Germanise  begriffen  härte.  Schöpflin  in  seiner  Alsatia
  illustrata,  und  wie  es  scheint,  so  tritt  ihm  Herr  Gerbert
bei,  glaubt,  unter  dem  Pluralis  werde  das  Germania  prima
et  secunda  oder  Germania  supcrior  ct  inferior  verstanden,
welches  dem  Rdmer  noch  disseits  des  Rheins  lag.  Aber  auch
diesem  steht  der  damalige  Sprachgebrauch  entgegen,  denn
Germania  prima  et  secunda  lief  damals  schlechtweg  unter
dem  Namen  Gallien,  wenigsiens  Athanasius,  der  sich  doch
eine  Zeitlang  als  Erulant  in  Trier  aufhielt,  braucht  es  so
in  Epist.  ad  sohtariam  vitam  agentes.  Also  ist  nichts  übrig,
als  unter  Cermanäs  die  öftlichen  Deutschen  zu  verstehen.  Auf
eben  diese  Art  muß  die  Stelle  Tertulliani  adv.  jud.  c.  7
erklärt  werden.  Und  demnach  wird  hier  die  ganze  Hypothese
hinwegfallen,  nach  der  man  das  Christenthum  so  früh  über
den  Rhein  heräüberkommen  läßt.  4
Ueberhaupt  aber  muß  man  sich  bei  solchen  Stellen  erinnern,
  daß  die  Kirchenväter  besonders  in  dogmatischen  Disputationen,
  und  wo  sie  ihrer  dogmatischen  Disputation,  wie
gerade  hier  in  beiden  Stellen  zutrifft,  durch  Geschichte  zu
Hülfe  kommen,  nicht  immer  die  genauesten  Erzähler  waren.
Der  Stelle  aus  Arnobius  (adv.  gentes  L.  L),  wo  zuerst