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ausdrücklich  der  Christen  unter  den  Alemannen  gedacht  wird,
ist  eben  so  wenig  zu  trauen;  wie  konnte  ein  Afrikaner  sichere
Nachrichten  davon  haben?  Doch  sie  mag  immerhin  in  Ermanglung,
  anderer  Stellen  zum  Grund  gelegt  werden.  Noch
weniger  halten  wir  von  den  Spuren  des  Christenthums,  welche
gemeiniglich  aus  den  actis  martyrum  hergenommen  werden:
und  wir  müssen  uns  wundern,  daß  Herr  Gerbert  bei  Widerlegung
  des  Basnage  (Dag.  15)  so  heftig  ist.  Denn  wenn
auch  alles  dieses  zugegeben  wird,  was  Herr  Gerbert  irgend
fordern  kann,  so  beweist  selbst  die  angeführte  Stelle  des
Venantius  nichts  weiter,  als  daß  zu  seiner  Zeit  die  Gebeine
der  heiligen  Afra  zu  Augsburg  geruht  haben.  Aber  sind  denn
Reliquien  nicht  auch  transportire  worden?  Folgt  denn,  daß
die  heilige  Afra  zu  Augsburg  war,  weil  im  sechsten  Jahrhundert
  ihre  Gebeine  zu  Augsburg  ruhten?  Und  wenn  sie  denn
auch  wirblich  bis  nach  Augsburg  sollte  gekommen  seyn,  so
beweist  es  noch  keine  Anpflanzung  des  Christenthums  daselbss,
sondern  nur  einen  Versuch,  es  anzupflanzen.  Doch  es  stehen
der  ganzen  Sache  noch  wichtigere  Zweifel  entgegen.  Eben  so
unzuverläßig  ist,  was  Herr  Gerbert  S.  20,  24  aus  dem
Geographo  HRavennatensi  anführt.  Dieser  Schriftsteller  ist,
wie  Wesseling  deutlich  gezeigt  har,  die  elendesie  Kompilation
eines  in  ein  weit  späteres  Jahrhundert  gehdrigen  Schriftstellers:
  alle  seine  Nachrichten  sind  also  gar  nicht  zu  gebrauchen,
besonders  da  er  bei  seinen  Kompilationen  so  sehr  untreu  und
ungeschickt  zu  Werke  ging.  Eine  der  frühesten  und  zuverlässigsten
  Spuren  der  Ausbreitung  des  Christenthums  in  Alemannien
  sind  einige  Unterschriften  der  Bischèfe  unter  Koncilien.
Im  Jahr  517  unterschrieb  auf  der  Synode  zu  Epaon  Bischof
Bubulcus  von  Vindonissa  (dem  in  der  Folge  nach  Kostnitz
verlegten  Bisthum),  und  auf  der  vierten  und  fünften  Synode