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2.)  Mit  patriotisch  theiknehmender  Freude  zeigen  wir
ein  für  die  Kirchenbistorie  Deutschlands  sehr  interessantes  Werk
an,  bei  dessen  Ausführung  ein  reicher  Vorrath  von  Subsidien
mit  kritischer  Sorgfalt  benutzt  wurde:  ·

Monumonta  veteris  liturgiae  Alemannicae  ex  antiquis  Manuscriptis
  Codd.  collegit  ct  digessit  Martinus  Cerbertus,
  Monasteri#  et  Congreg.  S.  Blasii  in  silva  nigra
Abbas  S.  d.  B.  I.  P.  Pars  1.  1777.  P.  II.  4779.  gr.  4.

Schon  aus  den  gelehrten  disquisitionibus  liturgicis,
welche  der  erlauchte  Herr  Verfasser  in  zwei  Quastbänden  diesem
Werke  vorauschickte,  sah  man  mit  vielem  Vergnügen,  mit  welchem
  Aufwand  von  Fleiß  und  von  Kesten  dasselbe  unternommen
  worden,  und  nach  welchem  genau  bestimmten  Plane  es
eingerichtet  werden  sollte.  Es  hatte  nämlich  gar  nicht  die
Absicht,  Denkmale  der  alten  deutschen  Liturgie  überhaupt  zu
sammeln,  sondern  einzig  alemannische,  unter  welchem  Ausdruck
  aber  nicht  nur  Schweiz  und  Schwaben,  sondern  auch
die  Mainzischen,  Wormsischen,  Speyerischen  Didzesen  und  ein
beträchtlicher  Theil  von  Lothringen  begriffen  werden.  Wahrscheinlich
  ist  es  der  Aufklärung  der  alemannischen  Liturgie
bisher  nachtheilig  gewesen,  daß  man  schon  zum  voraus  beinahe
  mit  Gewißheit  sah,  daß  fast  Alles  ganz  roͤmisch  seyn
werde.  Selbst  dem  Katholiken,  wenn  er  auch  noch  so  großes
Gewicht  auf  eine  zu  erweisende  Uebereinstimmung  in  Glaubenssachen
  setze,  muß  es  doch  bei  solchen  historischen  Unrersuchungen
  angenehm  seyn,  Variationen  in  Gebräuchen  und
äußeren  Uebungen  miteinander  zu  vergleichen,  und  da  Protestamen
  schon  öfters  hiebei  Gelegenheit  zu  mannichfaltigen  dogmatischen
  Bemerkungen  nahmen,  so  war  es  Jenem  um  so

)  Aus  den  Gött.  Gel.  Ang.  1780.  St.  21.