392

Martin  von  Braga  gesammelt,  und  ungeachtet  dieser  Theil  von
Florez  neun  Jahre  fruͤher  erschienen  ist,  als  der  zwoͤlfte
Band  von  Gallande  Bibliothek  der  Kirchenväter,  wo  gleichfalls
  die  Opuscula  Martini  gesammelt  sind,  so  fiuden  wir
doch  diesen  Theil  von  Florez  gar  nicht  benutzt,  denn  hier
sind  zwei  Stuͤcke  zuerst  edirt,  die  bei  Gallande  voͤllig  fehlen.
Gerade  wie  auch  bei  einigen  Chroniken,  welche  in  dieser
neuesten  Bibliothek  der  Kirchenvaͤter  stehen,  die  oft  wichtigen
Kollationen  von  Handschriften,  welche  Florez  lieferte,  gar
nicht  angeführt  werden.  Im  dreißigsten  Bande  sind  im
Anhang  das  Wichtigste  fünfunddreißig  bisher  unedirte  Briefe
des  berühmten  Beschofs  von  Saragossa  Braulio,  der  in  der
ersten  Hälfte  des  siebenten  Jahrhunderts  lebte,  und  den  man
vorzüglich  auch  aus  seinen  Verbindungen  mit  Isidor  von  Sevilla
  kennt.

Noch  müssen  wir  einem  Irrthum  begegnen,  zu  dem  der-Titel
  dieses  Werks  leicht  verleiren  könnte.  Es  begreift  nicht
nur  spanische  Kirchen,  wie  man  etwa  aus  diesem  vermuthen
würde,  sondern  auch  die  Geschichte  der  portugiesischen  Kirchen
wird  in  den  gehörigen  Bänden  auf  eine  völlig  aleiche  Art
abgehandelt.

5.  9)  Ohne  Benennung  des  Druckorts  erschien  dieses
Jahr  (1780)  der  zweite  Band  der

Briefe  über  das  Mönchswesen,  von  einem  katholischen
Parrer  an  einen  Freund.  (325  S.  8.)

Schon  vor  neun  Jahren  war  der  erste  Band  erschienen,
und  der  Ton,  in  welchem  Mönchsthorheiten  gestraft  werden

*)  Aus  den  Gött.  Gel.  Anz.  1780,  St.  94,  und  1781,  St.  13.