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ist.  Der  bekannten  Schrift:  Deutsche  Theologie,
welche  schon  1516  mit  Luthers  Vorrede  erschien,  ist  JZar  nicht
gedacht,  und  doch  hat  sich  in  manchen  Artikeln  der  erste  theologische
  Sprachgebrauch  Lurhers  daraus  gebildet.  Sollte  nicht
etwa  auch  einzig  aus  Lurbers  früher  und  inniger  Bekanntschaft
mit  mystischen  Schristen  erklärt  werden  können,  warum  seine
Ueberzeugungen  in  der  Lehre  vom  Abendmahl  den  Ucberzeugungen
  Zwingels  so  unversöhnlich  enrgegengesetzt  waren.  Ausserdem
  ist  es  uns  unbegreiflich,  warum  der  große  Mann,  der
sonst  so  ungern  über  eine  Sache  stritt,  welche  keinen  unmittelbaren
  praktischen  Einfluß  har,  hier  in  Schätzung  des  Moments
  dieser  Lehre  seiner  so  gar  sehr  vergaß.  Luthers  Reformation
  im  Verhaͤltniß  gegen  die  rdmische  und  scholastsche
Theologie  scheint  uns  noch  viel  mehr  Probe  seiner  Unerschrockenheir,
  als  seines  Genies;  aber  im  Verhältniß  gegen  die
Mystik,  welche  er  so  sehr  liebgewonnen  hatte,  ist  nicht  nur
die  Umwandlung  viel  allmähliger,  sondern  auch  viel  mühsamer
geschehen.  Sein  Temperament  kam  ihm  wohl  sehr  oft  dabei
zu  Hölfe.  Nach  unserer  Vermuthung  hätte  auch  bei  Erklärung
  der  Klostertentationen  Luthers  mehr  Rücksicht  auf  dieses
Temperamen  genommen  werden  können.  Lurher  war  in  dem
Alter,  wo  sich  die  Natur  für  gewisse  Bedürfnisse  fast  fordernd
zu  entwickeln  anfängt,  und  doch  sfühlte  er  den  ganzen  Druck
des  übernommenen  Gelübdes;  selbst  sein  Eifer,  welchen  er
nachher  für  die  Eherechte  der  Geistlichkeit  und  gegen  die  Klostergelübde
  erwies,  zeigt,  wie  uns  scheint,  hinlänglich,  daß
er  für  Behauptung  seiner  Unschuld  gekämpft  habe.  Erasmus
und  Melanchthons  Charakrere  (S.  150)  sind  sowohl  im  Zusammenhang
  der  Erzählung,  als  hie  und  da  in  einzelnen
Stellen  so  hervorstechend  schön  gezeichnet,  daß  wir  kaum  der
Versuchung  widerstehen  können,  sie  als  Probe  eines  feinen
pspchologischen  Raisonnements  zu  ercerpiren.  Dank  sey  dem