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Verfasser,  daß  er  es  dem  edlen  Rotterdamer  nicht  zum  Verbrechen
  znachte,  über  die  Mittel  der  Beförderung  der  Reformation
  ganz  anders  gedacht  zu  haben,  als  Luther  und  Lutbers
Schüler.  Freilich  läßt  sich  nicht  leugnen,  daß  eine  gewisse
Liebe  zur  Bebaglichkeit  in  die  Erasmischen  Resormatione-Idcen
keinen  geringen  Einfluß  gehabt  habe.  Man  muß  öbrigens  die
vom  Herrn  Verfasser  gezeichneten  Cbarab#tere  immer  nur  auf
die  Zeitpcriode  referiren,  in  welche  sie  gestellt  sind;  denn  daß
Melanchthon  nicht  mebr  der  alte  sanfte  Schwarzerd  war,  da
er  gegen  Osiandern  schrieb,  und  daß  Lutber,  da  Scele  und
Leib  unter  den  erdrückendsten  Geschäften  zu  unterliegen  anfingen,
  seine  vorige  frobe  Standhaftigkeit  nicht  behielt,  dieß
wird  wahrscheinlich  in  den  künftigen  Theilen  dieses  Werks  meisterhaft
  ausgesährt  werden.  Es  ist  bei  dem  engen  Raum  dieser
  Blätter  unmöglich,  an  einzelnen  Beispielen  zu  zeigen,  wie
vollständig  der  Herr  Verfasser  Alles  gekannt,  gelesen,  durchdacht
  habe,  was  man  hie  und  da  bisher  vereinzelt  über  die
Reformationsgeschichte  hatte;  wie  richtig  er  widersprechende
Erzählungen  vereinigt,  wie  glücklich  er  manche  Ercerpte  aus
Luthers  Schriften  in  das  Ganze  zu  verflechten  gewußt,  wie
unparteiisch  er  selbst  die  Nachrichten  der  Gegner  benutzt,  und
Schwächen  seiner  Helden  weder  geleugnet,  noch  frech  in's
Helle  gestellt  habe.  Wir  überlassen  dieses  alles  der  eigenen,
und  eben  deßwegen  auch  desto  angenehmern  Bemerkung  der
Leser,  und  wären  begierig  zu  wissen,  ob  sie  nicht  bisweilen
mit  dem  Recensenten  die  dunkle  Empfindung  bei  sich  wahrnähmen,
  daß  in  einigen  Stellen  zu  viel  in  die  Seele  der  guten
Alten  hineinraisonnirt  worden  sey.  Wir  äußern  diesen  Verdacht
  nur  ganz  schüchtern,  weil  der  Herr  Verfasser  bei  seiner
Belesenheit  in  den  Briefsammlungen  der  Reformatoren  manchmal
  eine  Stelle  vor  Augen  gehabt  ’haben  mag,  deren  wir
uns  nicht  mehr  erinnerten;  aber  nach  dem  Totaleindruck  zu