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15.  7)  Zu  Berlin  erschienen  noch  im  vorigen  Jahre
(1784):  «

Fragen  an  Gelehrte  über  den  Kanon.  78  S.  8.,
deren  Verfasser  manche  Schwächen  des  bisher  gewöhnlichen
Beweises,  von  welchen  in  Ansehung  des  alten  Testaments
selbst  auch  die  Eichhornische  Abhandlung  gar  nicht  ausgenommen
  werden  darf',  recht  gläcklich  darlegt.  Bei  der  Kürze
dieser  Blätter  ist  es  uns  unmöglich,  auf  einzelue  der  vorgelegten
  Fragen  zu  amworten,  noch  weniger  auf  die  eigene
Meinung  des  Verfassers  uns  einzulassen;  ein  Theil  der  Ursachen,
  warum  wir  ihr  nicht  beitreten  zu  können  glauben,
wird  schon  aus  demjenigen  erhellen,  was  wir  im  Allgemeinen
theils  als  Berichtigung,  theils  als  Verneinung  der  vorauegeschickten
  Fragen  sagen  zu  müssen  glauben.  Viel  Mißverstand
würde  durch  die  ganze  Abhandlung  hindurch  gehoben  worden
seyn,  wenn  sich  der  Verfasser  so  lang  als  möglich  vor  dem  Gebrauch
  der  Worte  Kanon,  kanonisch  gehütet,  und  auf  die
bei  gegenwärtiger  Materie  unhistorische  Bedeutung,  daß  Kanon
  Richtschnur  des  Glaubens  heiße,  gar  keine  Rücksicht  genommen
  hätte.  Man  muß  sich,  um  die  ersie  Grundlage  des
Beweises  für  die  göttliche  Autorität  des  neuen  Testaments
zu  machen,  durchaus  nicht  auf  die  doch  unmöglich  zu  beantwortende
  Frage  einlassen,  wie  ist  diese  Sammlung  als  Sammlung
  entstanden?  Auch  die  ganze  Lehre  von  der  Juspiration
muß  vorerst  bei  Seite  gelegt  werden,  und  Alles  beruht  nur
auf  Erörterung  der  Hauptfragen:  welchen  Glauben  verdient
  die  Schrift  eines  Apostels?  und:  sind  diese
Schriften,  welche  wir  für  Schriften  der  Apostel
balten,  wabrhaftig  ein  Werk  derselben?  Die
Lehre  von  der  Theopneustie  ist  eigentlich  nichts  Anderes,  als

*)  Aus  den  Gött.  Gel.  Anz.  4782.  St.  s.