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eine  (aber  auch  nach  unserer  Ueberzeugung  biblisch-wahre)  Hypothese,
  aus  welcher  in  der  Dogmatik  die  Möglichkeit
gezeigt  werden  soll,  wie  Schriften,  von  Menschen  verfaßt,
solchen  uneingeschränkten  Glauben  verdienen  können.  Mancher
Freund  der  Wahrheir  ist  vielleicht  bereitwillig,  dem  Worte
der  Apostel  als  von  Gott  besiellter  Lehrer,  an  deren  Entscheidungen
  er  gewiesen  ist,  vollkommen  zu  glauben,  ohne  sich
daran  zu  toßen,  daß  er  nicht  weiß,  wie  Gott  diese  Männer
bei  ihren  Lehrvorträgen  untrüglich  gemacht  habe,  ohne  seiner
Meinung  nach  annehmen  zu  mässen,  daß  eben  diese  Männer
auch  in  bloß  historischen,  die  Hauptbegebenheiten  des  Christenthums
  gar  nicht  betreffenden,  Dingen  untrüglich  gewesen  sepen.
Mit  diesem  Freund  der  Wahrheit  sind  wir  in  der  Hauptsache
einig,  alles  Uebrige  ist  bloß  Ausbildung  dieser  Hauptsache,
die  wir  ihm  durchaus  nicht  als  fundamentell  aufdringen  moͤchten.
  In  der  Anwendung  der  Lehre  von  der  Theopneustie  auf
das  alte  Testament  haben  selbst  schon  die  Theologen  des  vorigen
  Jahrhunderts  einen  großen  Unterschied,  verglichen  mit
dem  neuen  Testament,  gemacht.  Die  Bemerkung  darf  dabei
auch  nie  aus  den  Augen  gesetzt  werden,  daß  Jehova  König
von  Israel  war,  und  daß  es  von  jeher  Sitte  der  orientalischen
  Reiche  war,  daß  ihre  Geschichte  unter  dffentlicher  königlicher
  Autorität  geschrieben  werden  mußte.  Es  erhellt  hieraus
von  selbst,  wie  wir  hier  den  Ausdruck  Theopneustie  erklären.
Aber  vielleicht  wurde  auch  wohl  in  jener  Kindheit  des  menschlichen
  Geistes,  wie  doch  die  Zeiten  des  alten  Testaments  waren,
  in  vielen  Fällen  außerordentliche  Hülfe  eines  höhern
Geistes  erfordert,  die  wir  uns  nun  aus  dem  Gesichtspunkt
des  achtzehnten  Jahrhunderts  als  eine  höchst  leichte  Sache
vorstellen.

Sollte  diese  kurze  Andeutung  einiger  Hauptideen  dem
Verfasser  der  hier  aufgeworfenen  Fragen  in  Beamwertung