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283.  *8)  Wir  würden  eine  wichtige  Pflicht  der  Dankbarkeit
  versäumen,  wenn  wir  nicht  die  ersten  waͤren,  die  dem
Publikum  die  Nachricht  mittheilten,  daß  die  erste  Sammlung
  der  vor  einiger  Zeit  angekuͤndigten  Predigten  des
seligen  Koppe  erschienen  ist;  sie  beträgt  anderthalb  Alphabete
  in  groß  Oktav.  Die  Kirche  der  hiesigen  Lande  verdankt
diesem  trefflichen  Manne  so  viel,  und  unsere  Universität,  die
ihn  leider  zweimal  verlor,  da  sie  ihn  wenigstens  wieder  halb
gewonnen  zu  haben  glaubte,  als  ihn  der  Koͤnig  nach  Hannover
  rief,  wird  noch  langehin  die  Zeiten  seines  Hiersepns  als
eine  ihrer  blührendsien  Perioden  ansehen.  In  der  Vorrede,
womit  Herr  Hofrath  Spittler  diese  Sammlung  begleiket  har,
sind  einige  der  Hauptzüge  des  Charakters  des  Seligen  gezeichnet,
  so  weit  es  die  Absscht  einer  solchen  Vorrede  erforderte
und  zulieh;  auch  die  unterscheidenden  Eigenbeiten  der  Predigten
  selbst  werden  bemerklich  gemacht.  Der  selige  Koppe  war
nämlich  mit  den  noch  hie  und  da  geltenden  Ideen  des  sogenannten
  Kanzel-Orators  nicht  einverstanden.  Sein  Zweck
war  belehren,  und  je  mehr  er  seine  Zuhoͤrer  auf  klare,  bestimmte
Begriffe  zurückführen  konme,  je  mehr  es  ihm  gelang,  den  ganzen
  Weg,  den  er  sie  führen  wollte,  recht  helle  zu  erhalten,
desio  mehr  glaubre  er,  seinem  Amt  als  Prediger,  Genöge  gethan
  zu  haben.  Ueberall  herrscht  deßwegen  eine  gewisse  Bedachtheit
  des  Ausdrucks,  der  man  es  recht  ansieht,  wie  sehr
sich  der  Verfasser  zu  hüten  suchte,  um  keiner  Uebertreibungen,
keiner  Halbwahrheiten  schuldig  zu  werden.  Er  war  auch  von
dem  Vorurtheile  ganz  frei  —  was  Eindruck  machen  solle,  in
starken  übertreibenden  Ausdrücken  sagen  zu  müssen.  Je  gewisser
  er  daher  als  feiner  Psycholog  die  natürliche  Kälte  zu
berechnen  wußte,  die  gewöhnlich  nach  heftigen  Empfindungs=*)

  Aus  den  Gött.  Gel.  Anz.  1792.  St.  50,