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Hat  also  selbst  die  sonst  so  scharfsinnige  und  natürliche
Vermuthung  des  Herrn  Uhland  solche  Zweifel  gegen  sich,  wie
unsscher  muß  nicht  hier  überhaupr  die  kritische  Konjektur  seyn?
Gesetzt  aber  auch  diese  kritische  Konjektur  hätte  gar  keinen
Zweifel  gegen  sich,  isi's  nicht  sonderbar,  daß  man  vom  Jahre
4166  bis  zum  Jahre  1195,  oder  vielleicht  gar  vom  Jahre
4158  bis  zum  Jahre  4194,  kaum  eine  einzige  schwache  Spur
eines  wirtembergischen  Grafen  antrifft,  indeß  man  von  Graf
Ludwig  I.  sieben  vollkommen  zuverläßige  Urkunden-Unterschriften
  vorzeigen  kann.  Es  ist  zwar  leicht  zu  vermuthen,  daß
die  Hauptursache  dieses  Mangels  von  Nachrichten  darin  liegt,
weil  wir  überhaupt  von  Schwaben  und  besonders  von  den
schwäbischen  Klöstern  so  wenig  gedruckte  Urkunden  haben;  ich
glaube  aber  doch  nicht,  daß  dieses  die  einzige  Ursache  ist,
denn  aus  eben  dieser  Ursache  sollten  wir  alsdann  auch  von
Graf  Ludwig  I.  weniger  Zeugnisse  finden.  Ehe  ich  die  Er-„Ebenmaͤßig

  finde  ich  auch  dieses  beschwerlich,  daß  die  Grafen
und  Gräfinnen  von  Wurtenberg  und  Hohenburg  wollen  consundirt
  werden,  wie  sich  dann  gefunden  in  Aufschlagung  meiner
obserrationum,  baß  die  von  Hohenburg  in  Würthenberg  genannt
werden,  welches  dann  große  Irrthumen  verursacht.  Albertus
Bellicosus  Comes  de  llobenburg  schreibt  sich  erpresse  einen  Grafen
  in  Würtenberg.“

Vielleicht  also,  daß,  wenn  Granddidier  so  glücklich  ist,  das
honauische  corpus  lraditionum  von  Paris  zu  erhalten,  woraus
gewiß  die  wichtigsten  Aufklärungen  der  Geschichte  der  hohenbergischen
  Grafen  zu  erwarten  sind,  vielleicht  daß  alsdann  auch
die  wirtembergische  Geschichte  des  zehnten  und  elften  Jahrhunderts
  ein  ganz  unerwartetes  Licht  gewinnt.

*  Zur  Entscheidung  der  Frage,  ob  in  der  Besoldischen  Stelle  Wür-.

  temberg  oder  Hohemberg  gelesen  werden  soll,  ist  gewiß
nicht  ohne  Gewicht,  daß  der  Name  Friedrich  in  diesen  ältesten
  Zeiten  nicht  als  wirtembergischer,  hingegen  recht  eigentlich
als  staufsischer  Geschlechtsname  vorkommt.