8

Weil  es  denn  auch  mit  einer  Mühe  ausgerichtet  ist,  und
wo  nicht  unmittelbar,  wenigstens  doch  mittelbar,  betraͤchtlichen
Nutzen  für  die  wirtembergische  Geschichte  hat,  so  wäre  zu
wünschen,  daß  man  bei  einer  solchen  Durchsuchung  der  Urkunden-Sammlungen,
  als  zu  obigem  Geschäfte  nöchig  ist,  zu
gleicher  Zeit  auch  die  Geschlechter  der  Grafen  und  Herren,  aus
deren  Ruinen  Wirtembergs  Größe  emporstieg,  bemerkte.
Helfferich  hat  schon  vor  mehreren  Jahren  mit  den  Tübingischen
  Pfalzgrafen  einen  vortrefflichen  Anfang  gemacht;  seine
Abhandlung  ließe  sich  aber  nach  dem  gegenwärtigen  Vorrath
von  Urkunden  fast  um  ein  Drittheil  bereichern.

2)  Es  ist  bekannt,  daß,  wenn  man  bis  in's  zehnte,  elfte
Jahrhundert  hinaufsteigt,  der  Aufklärung  unserer  deutschen
Regentengeschichte  nichts  mehr  entgegenstehr,  als  daß  sich  die
Comites  damals  größtentheils  noch  nicht  von  ihren  Schlössern
nannten,  sondern  bloß  als  Comites  gewisser  Gaue  angeführt
werden.  Nun  werden  wir  in  dieser  dunkeln  Periode  nie
weiter  kommen,  wenn  wir  nicht  suchen,  den  Faden,  der  dadurch
  gleichsam  abgcrissen  wird,  angeknüpft  zu  erhalten,  wenn
wir  nicht  die  Reihe  der  nach  ihren  Schlbssern  sich  nennenden
Grafen  mit  der  Reihe  derer  zu  verbinden  suchen,  welche  bloß
als  Grasen  gewisser  Gaue  vorkommen.  Und  diese  Verbindung
scheint  nicht  unmöglich  zu  seyn.  Wenn  doch  diejenigen,  die
sich  die  Aufklärung  der  Geschichte  dieser  pagorum  zum  Geschäfte
  machen,  nicht  nur  auf  die  Bestimmung  der  Grenzen
und  Lage  ihr  Augenmerk  richteten,  sondern  zugleich  auch  auszeichnen
  möchten,  wenn  der  Name  des  Gaugrafen  angeführt
wird.  Oft  wird  nicht  nur  der  Name  des  Gaugrafen  selbst
angeführt,  sondern  auch  der  Name  seines  Sohnes;  desto  glücklicher
  also  für  denjenigen,  der  aus  diesen  schwachen  Spuren
endlich  eine  zusammenhängende  Geschlechtsreihe  auffinden  möchte.