II.

Ueber  Wirtembergs  Bevoͤlkerung  vor  dem
dreißigjaͤhrigen  Kriege.)

Unter  vielen  wichtigen  Dokumenten,  welche  unten  bemerkter
  30)  Koder  der  herzoglich  wolfenbüttelschen  Bibliothek  für
die  wirtembergische  Geschichte  enthält,  ist  besonders  auch  ein
Verzeichniß,  woraus  sich  sehr  leicht  auf  Wirtembergs  Bevdlkerung
  vor  dem  dreißigjährigen  Kriege  schließen  läßt.  Herzog
  Johann  Friedrich,  in  dessen  letztern  Regierungsjahren
  auch  Wirtemberg  von  dem,  damals  über  ganz  Deutschland
  sich  ergießenden  Unglück  nicht  mehr  frei  blieb,  suchte  sich
besonders  im  Jahre  1622  596)  durch  Aufstellung  einer  beträchtlichen

  Anzahl  Soldaten  in  guten  Vertheidigungsstand  zu  setzen.
  Soldaten  in  der  Eile  bei  Fremden  zu  werben,  dazu
hätten  weder  Zeit,  noch  Geld  hingereicht;  er  mußte  also  aufbringen,
  was  sich  aus  seinem  eigenen  Lande  aufbringen  ließ,
und  bei  dieser  Gelegenheit,  um  die  Auswahl  desto  sicherer
vornehmen  zu  können,  entstand  nachfolgendes  Verzeichniß.  An

*)  Aus  Meusekl's  histor.  Untersuchungen.  Nürnberg  1779.
Bd.  1.  Stück  1.  S.  36—49.
w)  Cod.  52,  2.  Gibl.  August.)  Fol.
»o)  Sattler's  Geschichte  der  Herzoge  von  Wirtemberg.  VI.  Thl.
S.  177.