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vorher  über  die  Pfalz  sich  ergießende  Unglück  manchen  pfälzischen
  Unterthanen  zum  wirtembergischen  mochte  gemacht  haben,
—  doch  ist  Wirtembergs  Bevoͤlkerung  nicht  mehr,  als  höchstens
  dreimal  hundert  tausend  gewesen.

Wie  sehr  muß  nicht  diese  Anzahl  während  des  dreißigjährigen
  Kriegs  abgenommen  haben,  und  noch  hatten  wir
uns  nichr  von  allen  den  Verwüstungen  erholt,  welche  damals
Freunde  und  Feinde  bei  uns  anrichteten,  als  uns  Ludwig  XIV.
Plagen  zuschickte,  welche,  verglichen  mit  den  Plagen  des  drei-Kigjährigen
  Krieges,  Skorpionen-Züchtigungen  zu  seyn  schienen.
So  verfloß  das  siebenzehnte  Jahrhundert,  ohne  daß  Wirtemberg
  lange  Zeit  einer  ununterbrochenen  Ruhe  genoß,  und  selbst
auch  der  Anfang  des  achtzehnten  war  von  Kriegsbeschwerden
nicht  frei;  also  durch  diesen  ganzen  langen  Zeitraum  hindurch
konnte  es  sich  nur  mühsam  und  unter  manchen  neuen  Verblutungen
  erholen.  Wie  unerwartet,  und  zugleich  wie  voll
glücklicher  Vermuthungen  über  die  treffliche  Regimentsverfassung
  Wirtembergs,  sieht  man  nun  nicht  eben  dieses  Land
nach  dem  Genuß  einer  ungefähr  fünfzigjährigen  ?)  Rube
nicht  nur  seine  ganze  vorige  Stärke  erhalten,  sondern  die
Menge  seiner  Einwohner  um  zwei  Fünftel  vermehrt.  Man  hat
den  starken  Fortgang  der  Bevdlkerung  der  preußischen  Staaten
  als  eines  der  größten  politischen  Wunder  gepriesen,  das
die  Friedriche  zu  Stande  gebracht  haben.  Man  hat  aber  dabei
  nicht  zu  erwägen  geschienen,  wie  viel  hiezu  Preußens.
Werbungsanstalten  beigetragen  haben,  welchen  Nutzen  Preußen

*“  Selbst  auch  hier  wird  die  Sache  immer  bloß  im  Durchschnitt
genommen;  denn  aus  den  bei  Schlözern  befindlichen  Bevoͤlkerungslisten
  Wirtembergs  läßt  sich  nicht  unwahrccheinlich  abnehmen,
  daß  der  lette  preußische  Krieg  auch  Wirtembergs.  Bevelkerung
  beträchtlich  geschwicht  habe.