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Stammes  gewesen,  der  mit  wittelsbachischem  Familienglücke
das  deursche  Kirchengur  genützt,  eine  glänzende  Kirchenpfründe
erhalten  härte.  Doch  des  jungen  Grafen  Sinn  war  nicht
geistlich,  nicht  auch  kaum  nur  bis  zum  Wohlstande  geistlich.
Er  schien  heirathen  zu  wollen,  und  doch  hat  er  selbst  nach
aufgeldstem  geistlichen  Bande  noch  zwolf  Jahre  lang  nicht
geheirathet;  er  schien  frei  seyn  zu  wollen,  und  doch  that  er
selbst  nach  vollig  erhaltener  Freiheit  nichts  Böses  und  nichts
Gutes,  wozu  damals  unklerikalische  Freiheit  nothwendig  ge,
wesen  wäre.  Er  zählte  jeden  Tag  nach,  den  sein  alter  Vater
noch  zu  leben  haben  möchte,  und  wartete  mit  einer  Sehnsucht,
die  man  hochstens  kaum  einem  jungen,  mächtig  emporstrebenden
Ebrgeize  verzeiht,  die  aber  hier  Alles  eher,  als  Ehrgeiz  war,  auf
den  letzten  Tag  seines  alten  Vaters,  daß  er  mit  seinem  Bruder
  zum  Theilen  kommen,  lusiig  und  prächtig  leben,  Selbstherr
  eines  Landes  seyn  moͤchte.

Man  schloß  endlich  mit  diesem  jungen  ungeduldigen
Verschwender,  dem  Alles  einzig  auf  frühen  Besitz  ankam,
einen  allgemeinen  Familienvergleich,?)  man  sonderte  ihn  wie
einen  halbwilden  Zweig  vom  Familienstamme  ab,  man  sparte
und  pflanzte  den  Stamm  des  halbwilden  Zweiges  einzig  nur
für  den  Fall,  wenn  der  ganze  übrige  Stamm  vertrocknen,  die
Familie  seines  ältern  Bruders  aussterben,  und  selbst  auch  die
genealogische  Hoffnung,  die  man  noch  damals  von  dem  zu
Urach  regierenden  Vetter,  Graf  Eberhard  dem  älteren,  hatte,
traurig  mißlingen  sollte.

Er  hätte  die  Hälfte  des  schönen  Landes  seines  Vaters
sordern  können,  wenn  er  bis  auf  den  Tod  seines  alten  Vaters
gewartet  hätte,  nun  war  er  mit  Mömpelgard  und  einigen

5  nrach,  12.  Juli  1475.  S.  Sattler  Gesch,  der  Gr.  III.  Forts.
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